Kommentar

Schmolz+Bickenbach: Die Investoren stellen ihre Egos zurück

Die rivalisierenden Grossaktionäre des Luzerner Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach, Viktor Vekselberg und Martin Haefner, haben sich geeinigt.

Roman Schenkel
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Roman Schenkel.

Roman Schenkel.

Der Kampf der Milliardäre ist vorerst beendet. Der russische Oligarch Viktor Vekselberg und Amag-Besitzer Martin Haefner haben sich in letzter Minute geeinigt. Beide haben ihre Egos, die sie tags zuvor in den Sonntagsmedien noch kampfeslustig demonstriert hatten, zu Gunsten des Unternehmens mit seinen 10'000 Angestellten zurückgestellt.

Entstanden ist ein Kompromiss: Vekselberg steht Haefner künftig die Führungsrolle beim Stahlhersteller zu. Haefner wird dominierender Aktionär von Schmolz+Bickenbach mit einem Anteil von 37,5 Prozent. Umgekehrt lenkte der Schweizer Investor ein, dass der Aktienanteil von Vekselbergs Beteiligungsgesellschaft Liwet durch die Kapitalerhöhung nicht verwässert wird. Liwet wird künftig 25 Prozent am Stahlkocher halten. Damit ist der Weg geebnet, dass der marode Stahlhersteller das dringend benötigte frische Kapital erhalten kann.

Ist das taumelnde Unternehmen damit gerettet? Mitnichten. Noch hängt ein Damoklesschwert über dem erzielten Kompromiss: Der Sanierungsplan von Haefner muss zuerst noch grünes Licht von der Finanzmarktaufsicht erhalten. Die Behörde entscheidet binnen Wochenfrist. Bis dann ist weiterhin offen, ob die Sanierung des angeschlagenen Stahlherstellers gelingt. Denn: Bei einem Nein würde sich Haefner wohl zurückziehen. Das Seilziehen um Schmolz+Bickenbach ginge von vorne los.

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