Schmolz+Bickenbach-Erben legen Beschwerde ein

Streit um die Kapitalerhöhung beim Luzerner Stahlkocher Schmolz+Bickenbach: Die Erbenfamilie hat eine Beschwerde gegen den Entscheid der Finma eingereicht.

Gregory Remez
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Ein Elektroofen im Stahlwerk Schmolz+Bickenbach in Emmenbrücke.

Ein Elektroofen im Stahlwerk Schmolz+Bickenbach in Emmenbrücke. 

Archivbild: Pius Amrein (27. April 2010)

Eigentlich ist die Kapitalerhöhung des angeschlagenen Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach seit vergangenem Freitag beschlossene Sache. In der Finanzspritze über 325 Millionen Franken seien 1,08 Milliarden Namenaktien zu 30 Rappen das Stück gezeichnet worden, teilte die Luzerner Gesellschaft mit. Nach Abschluss der Kapitalerhöhung um den 8. Januar werde die BigPoint Holding von Martin Haef­ner 44,9 Prozent und die von Viktor Vekselberg kontrollierte Beteiligungsgesellschaft Liwet 25 Prozent am Konzern halten.

Doch nun hat die S+B Beteiligungs GmbH beim Bundesverwaltungsgericht eine Klage gegen die Finanzmarktaufsicht (Finma) eingereicht. In dieser Gesellschaft sind die Aktien der Nachkommen der deutschen Gründerfamilien Schmolz und Bickenbach gebündelt; mit einem Anteil von 10,1 Prozent sind sie drittgrösster Aktionär. Mit der Beschwerde wollen die Erben gegen die Verfügung der Finma zur Gewährung einer Ausnahmeregelung von einem Pflichtangebot im Rahmen der beschlossenen Kapitalerhöhung vorgehen.

Haefner zeigt sich irritiert

Laut Gesetz muss ein Aktionär, der – wie in Haefners Fall – mehr als 33,33 Prozent eines Unternehmens erwirbt, den restlichen Aktionären zu gleichen Bedingungen ein Angebot unterbreiten. Die Finma erteilte Haefner allerdings eine Ausnahmegenehmigung und gewährte ihm eine Schonfrist von fünf Jahren, um seinen Anteil zu reduzieren. Sie folgte damit der Argumentation des Grossaktionärs, er müsse mehr als einen Drittel des Unternehmens kontrollieren, um eine Sanierung mitzutragen.

Haefner selber zeigte sich ­angesichts des Vorgehens der Erbenfamilie irritiert. Mit der Beschwerde gefährde sie die Kapitalerhöhung und damit die «dringende Sanierung der Gesellschaft», teilte er mit. 

Grossaktionäre von Schmolz+Bickenbach einigen sich

An der ausserordentlichen Generalversammlung des finanziell angeschlagenen Stahlkonzerns Schmolz + Bickenbach (S+B) ist es zu einer unerwarteten Wendung gekommen. Die beiden Grossaktionäre Bigpoint und Livet haben sich offenbar in letzter Minute geeinigt.