Schmolz+Bickenbach mit Umsatzeinbruch und Verlust im ersten Quartal

Der Spezialstahlhersteller Schmolz+Bickenbach (S+B) hat im ersten Quartal 2020 wegen der Corona-Krise einen kräftigen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Die vorsichtige Nachfrageerholung ist unterbrochen worden. Betriebs- und Nettoergebnis rutschten in die roten Zahlen.

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Ein Arbeiter bei der Herstellung von Blankstahl in den Werken der Steeltec: Beim Unternehmen der Schmolz+Bickenbach Gruppe steht eine Restrukturierung an.

Ein Arbeiter bei der Herstellung von Blankstahl in den Werken der Steeltec: Beim Unternehmen der Schmolz+Bickenbach Gruppe steht eine Restrukturierung an.

Archivbild: Pius Amrein

(sda/awp) Die Produktionsunterbrechungen in der europäischen Autoindustrie in den letzten Wochen des Quartals und der Konjunktureinbruch insgesamt belasteten die Stahlnachfrage. Die Absatzmenge sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 17 Prozent auf 457 Kilotonnen und der Umsatz um 20 Prozent auf 704,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Der durchschnittliche Stahlpreis ist innert Jahresfrist auf 1542 von 1605 Euro pro Tonne gefallen, ein Minus von 3,9 Prozent. Das adjustierte Betriebsergebnis (EBITDA) wies mit -6,1 Millionen Euro einen Verlust aus, nach einem Gewinn von 42,2 Millionen im Vorjahr. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 42,3 Millionen Euro, nach einem knappen Gewinn von 0,7 Millionen in der Vorjahresperiode.

Durch die Kapitalerhöhung im Januar und die Rückzahlung angedienter Anleihen ging die Nettoverschuldung zurück. Per Ende Quartal beliefen sich die Schulden auf 608,6 Millionen Euro, verglichen mit 797,6 Millionen per Ende 2019.

Erholung drastisch unterbrochen

Zu Beginn des Quartals sei noch eine anfänglich vorsichtige Erholung verzeichnet worden, die durch die Covid-19-Krise drastisch unterbrochen worden sei, schreibt das Unternehmen weiter. Die zweite Hälfte des Monats März sei von einem umso schärferen Nachfragerückgang im Zuge der Pandemie geprägt worden. Das habe deutliche Spuren sowohl beim Volumen als auch bei den Preisen hinterlassen.

Der Nachfragerückgang aus der Automobilindustrie hat sich insbesondere bei den Absatzmengen bei Qualitäts- & Edelbaustahl (-21 Prozent) niedergeschlagen. RSH-Stahl (rost-, säure- und hitzebeständig) und Werkzeugstahl verbuchten Einbussen von 3,2 bzw. 11 Prozent. Geografisch betrachtet sank der Umsatz in allen Regionen und Ländern zweistellig.

Wegen Covid-19 keine EBITDA-Schätzung

Beim Blick auf das Gesamtjahr ist das Management zurückhaltend. Eine verlässliche Schätzung des bereinigten EBITDA sei aufgrund der bestehenden Unsicherheiten zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Prognosen für das Geschäftsjahr seien durch die Covid-19-Krise weiterhin mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Frühestens gegen Ende des ersten Halbjahres werde eine «einsetzende graduelle Normalisierung der Nachfrage» erwartet, mit einer «voraussichtlich fortgesetzten Erholung» im zweiten Halbjahr.

Das Hauptaugenmerk liege auf den kurzfristigen Liquiditätssicherungsmassnahmen. Das Unternehmen werde sich verstärkt auf die Umsetzung des Sanierungsplans fokussieren. Im Vordergrund stünden dabei sowohl die Transformation und Sanierung von Ascometal, der Turnaround von Finkl Steel in Nordamerika, die Restrukturierung von Steeltec als auch Personalmassnahmen und operative Verbesserungen bei DEW.