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Schmolz+Bickenbach schreibt 2018 einen Verlust

Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach weist für 2018 einen Verlust aus, da er im vierten Quartal eine hohe Wertberichtigung auf die US-Tochter Finkl Steel vornehmen musste. Die Ascometal-Übernahme vom Februar 2018 und die höheren Preise trieben jedoch den Umsatz.
Ein Mitarbeiter von Schmolz+Bickenbach prüft das Material. (Archivbild LZ)

Ein Mitarbeiter von Schmolz+Bickenbach prüft das Material. (Archivbild LZ)

(sda/mim) Es sei ein «spannendes Jahr» gewesen, sagte der CEO des Luzerner Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach (S+B), Clemens Iller, am Mittwoch bei der Präsentation der Jahreszahlen in Zürich. Spannend deshalb, weil das erste Halbjahr 2018 aus Sicht des Unternehmens sehr gut verlaufen sei, das Schlussquartal aber «schwierig» gewesen sei, wie Iller sagte. Finanzchef Matthias Wellhausen sprach von «zunehmendem Gegenwind» Ende des Jahres. Die Schweizer Tochter Swiss Steel in Emmenbrücke sei am Jahresende von den EU-Schutzmassnahmen betroffen gewesen. Die Lage habe sich Anfang Jahr aber wieder stabilisiert.

Den Stahlhersteller haben weitere Faktoren belastet: Zum einen schwächelte Ende Jahr die Nachfrage in der für S+B sehr wichtigen Autoindustrie. «Das ging zum Teil so weit, dass bestellte Ware nicht abgeholt wurde», sagte Wellhausen. Ausserdem musste der Konzern bei der US-Tochtergesellschaft Finkl Steel 108,6 Millionen Euro abschreiben. Grund dafür sind der Nachfragerückgang aus der Öl- und Gasindustrie, Überkapazitäten und die Auswirkungen der US-Schutzmassnahmen auf den kanadischen Produktionsstandort. Die Wertberichtigung führt dazu, dass S+B für das vergangene Jahr einen Verlust von 0,7 Millionen Euro ausweisen muss. Im Vorjahr hatte der Stahlhersteller noch einen Gewinn von 45,7 Millionen geschrieben.

Umsatz markant höher

Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr markant um knapp einen Viertel auf 3,31 Milliarden Euro. Geholfen hat hier auch der höhere durchschnittlich erzielte Stahlpreis. Der Absatz allein verbesserte sich dabei um knapp 17 Prozent auf 2,1 Millionen Tonnen. Das Wachstum verdankt S+B vor allem dem Zukauf von Ascometal. Ohne Ascometal wäre der Stahlhersteller im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich gewachsen, wie Iller sagte.

Beim operativen Gewinn ergab sich wie beim Umsatz eine Steigerung, allerdings eine deutlich geringere. Der EBITDA lag mit 236,7 Millionen Euro um 6,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die entsprechende Marge ging von 8,3 Prozent auf 7,1 Prozent zurück, dies wegen der geringeren Profitabilität von Ascometal.

Der Turnaround von Ascometal habe sich aber im vierten Quartal bestätigt, schreibt das Unternehmen. Die Integration schreite zügig voran. Bei Finkl Steel seien Massnahmen zur Verbesserung der Ertragslage erarbeitet und bereits eingeleitet worden. Rückstellungen für diesen Turnaround seien keine gebildet worden.

Erwartungen übertroffen, Kurs fällt

Mit den Zahlen hat der Stahlkonzern die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 3,26 Milliarden Euro und für den bereinigten EBITDA bei 234,6 Millionen. Die Aktien von Schmolz+Bickenbach notieren nach der Publikation der Jahreszahlen tiefer.

Mit Blick nach vorne zeigt sich das Management vorsichtig. In den kommenden Monaten wird aufgrund politischer und makroökonomischer Risiken eine Fortsetzung der Wachstumsdelle erwartet und im weiteren Jahresverlauf eine Erholung. Unter dieser Prognose sei im Gesamtjahr ein EBITDA in einer Spanne von 190 bis 230 Millionen Euro zu erwarten.

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