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Zahnpasta und Vitamintabletten aus dem Automaten: Die Thurgauer Apotheke Zur Rose lanciert mit Selecta die ApoBox

Vitamintabletten, Deo, Sonnencreme, Zahnpasta, Rasierschaum, Pflaster, Bachblüten, Tampons, Kondome, Schwangerschaftstests - all das und noch mehr gibt's künftig aus dem Automaten. Dieser stammt von Selecta und wird bewirtschaftet von der Frauenfelder Zur Rose.
Thomas Griesser Kym
Die erste ApoBox von Selecta und Zur Rose im bernischen Kirchberg. (Bild: PD)

Die erste ApoBox von Selecta und Zur Rose im bernischen Kirchberg. (Bild: PD)

Die Zur Rose Group ist bekannt als grösste europäische Versandapotheke und als Ärztegrossistin. Nun expandiert die Tochtergesellschaft Zur Rose Suisse AG in ein neues Geschäftsfeld: Frei verkäufliche Pflege- und Gesundheitsprodukte des täglichen Bedarfs aus dem Automaten, und das rund um die Uhr. Dazu lancieren Zur Rose und Selecta die erste ApoBox der Schweiz. Diese steht am Bahnhof Kirchberg im Kanton Bern.

Selecta ist der grösste Betreiber von Kaffee- und Pausenverpflegungsautomaten an 29'000 Verkaufspunkten in der Schweiz. Die Automaten bieten fast ausschliesslich Nahrungsmittel - aber nicht nur. Kondome und Schwangerschaftstests sind ebenso erhältlich. Die ApoBox dagegen ist ausschliesslich für Near Food konzipiert, also Produkte für Körper-, Haut-, Intim- und Mundpflege, allerlei rund ums Thema Sexualität sowie Vitamine, Mineralstoffe, Nahrungsergänzungs- und Naturheilmittel.

Pilotversuch läuft bis Ende Jahr

Zur Rose liefert die Produkte, bei denen es sich um Markenartikel handle, und bewirtschaftet das Sortiment. Das Unternehmen verspricht «Dauertiefpreise», wie sie auch im Versand sowie in den Shop-in-Shop-Apotheken zu finden seien, die Zur Rose in Kooperation mit der Migros an bisher drei Standorten betreibt.

Die ApoBox wird nun im Rahmen eines Pilotversuchs getestet. Bis Ende Mai werden diese Automaten zusätzlich an den Bahnhöfen Brig, Brugg, Burgdorf, Dietikon, Lenzburg, Sursee, Wetzikon, Worblaufen und Zollikofen verfügbar sein. Falls das Angebot bei den Konsumenten ankommt, planen Zur Rose und Selecta nach Abschluss der Pilotphase, weitere Automaten an stark frequentierten Standorten aufzustellen.

Die Pilotphase läuft «voraussichtlich bis Ende Jahr», wie Zur-Rose-Sprecherin Pascale Ineichen auf Anfrage sagt. Über Verkaufserwartungen will sie sich ebenso wenig auslassen wie Selecta-Sprecherin Patrizia von Gunten. Diese sagt aber: «Wir werden viel lernen in diesem Jahr.» Klar ist: Das Geschäft läuft wie bei Selecta üblich auf Provisionsbasis: Das heisst, Selecta partizipiert am Umsatz der Produkte.

Kondome als «gutes Zusatzsortiment»

Kondome und Schwangerschaftstest hat Selecta vor rund acht Jahren in ihre Nahrungsmittelautomaten aufgenommen. Von Gunten spricht von einem «guten Zusatzsortiment», das zudem oft zusätzliche Verkäufe generiere. Konkret: Wer eine Packung Kondome bezieht, kauft oft auch noch Getränke oder Snacks. Und: In ländlichen Gebieten liefen die Verkäufe von Kondomen und Schwangerschaftstests «etwas besser» als im urbanen Raum. Von Gunten führt dies auf die Verfügbarkeit der Produkte und auf Diskretionsgründe zurück.

Das Kreuz mit Automaten in Deutschland

Der Zur Rose ist das Geschäft mit Automaten nicht ganz fremd: In Deutschland versucht die Zur-Rose-Tochter Doc Morris seit geraumer Zeit, in ländlichen Gebieten Apothekenautomaten aufzustellen. Dies mit dem Argument, man könne so die Leute in strukturschwachen Gebieten ohne Dorfapotheke einfach und sicher und nach Videoberatung mit Medikamenten versorgen. Eine ersten solchen Automaten hatte Doc Morris vor zwei Jahren im 2000-Seelen-Nest Hüffenhardt in Baden-Württemberg aufgestellt, notabene in den Räumen der ehemaligen Dorfapotheke, doch haben die Behörden den Betrieb verboten.

Der Rechtsstreit dauert an. Vor drei Wochen hat das Verwaltungsgericht Karlsruhe das Verbot bestätigt, nachdem sich der zuständige Richter vor Ort wie ein gewöhnlicher Doc-Morris-Kunde hatte beraten lassen. Das Gericht stützt das Argument der Behörden, wonach Doc Morris mit dem Automaten gegen das Arzneimittelgesetz verstosse. Dies, weil das Unternehmen rezeptpflichtige Medikamente ausserhalb einer Apotheke und nicht im Rahmen seines Versandhandels in den Verkehr bringe.

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