SCHÖTZ: Aus diesem Holz ist der Erfolg

Dank unbequemer und mutiger Entscheide ist der Holzverarbeiter Renggli AG zum Vorzeigeunternehmen aufgestiegen. Dahinter steckt aber ein wahrer Kraftakt.

Hans-Peter Hoeren
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Max Renggli, CEO der Renggli Holzbau AG (Mitte), geht zusammen mit Hugo Schürmann (rechts), Leiter der Geschäftsstelle Luzern von PricewaterhouseCoopers, in die Praxis des Holzbaus ein. (Bild: Pius Amrein)

Max Renggli, CEO der Renggli Holzbau AG (Mitte), geht zusammen mit Hugo Schürmann (rechts), Leiter der Geschäftsstelle Luzern von PricewaterhouseCoopers, in die Praxis des Holzbaus ein. (Bild: Pius Amrein)

Die Renggli Holzbau AG ist eine Erfolgsstory. Zweistellig wächst der Holzverarbeiter seit Jahren. Der Umsatz ist seit Mitte der 1990er-Jahre von 4 Millionen auf 50 Millionen Franken gestiegen. Und mit ihm die Mitarbeiterzahl auf rund 180 mittlerweile an den drei Standorten in Schötz, Sursee und Givisiez FR. Dass hinter dieser makellosen Erfolgsgeschichte aber auch ein Kraftakt steckt, mit Grenzerfahrungen und vielen unbequemen Entscheiden, das verriet Firmenchef Max Renggli (53) gestern Abend vor den über 100 Teilnehmern beim «Wirtschaftstreffen» Gesichtspunkte in seinem Betrieb in Schötz.

Holz lag nicht im Trend

90 Jahre alt wird das Unternehmen in diesem Jahr. Begonnen hat es als Holzbauunternehmen und Sägerei. Als Rengg­li 1991 mit seinem Bruder Beat den Betrieb in der vierten Generation übernahm, war die Zukunft weder für Sägereien noch für den Baustoff Holz rosig. Von der Sägerei trennten sich die Brüder, zum Leidwesen von Vater Max (heute 88). Doch vom Potenzial des Baustoffs Holz waren die beiden Brüder überzeugt und bauten die Holzverarbeitung aus. Obwohl damals die Bauvorschriften in der Schweiz das Bauen mit Holz stark einschränkten. «Wir hatten den Willen und die Leidenschaft, das Unternehmen weiter zu entwickeln», sagte Max Renggli gestern im Podiumsgespräch mit Thomas Bornhauser, dem Chefredaktor der «Neuen Luzerner Zeitung» und ihrer Regionalausgaben. «Es gab Zeiten in den Anfangsjahren, wo ich nicht gewusst habe, was die Mitarbeiter am nächsten Tag machen werden», erzählte Renggli. Wie eine Zigarre sei er sich manchmal vorgekommen, «vore verbrönnt und hinde verchätschet».

Geholfen haben ihm vor allem der Glaube an den Erfolg und mutige Entscheide. Um zu wachsen, war das Unternehmen mehrmals auf Bankkredite angewiesen. Nicht immer waren Max und Beat Renggli dabei einer Meinung. Heute führt Max Renggli das Unternehmen alleine, Bruder Beat arbeitet im Vertrieb.

Mittlerweile ist das Unternehmen Spezialistin für energieeffizientes Bauen mit Holz und gehört zu den Pionieren der Minergie-Baustandards. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Betrieb. Dieser hat das Potenzial zufriedener Mitarbeiter seit langem erkannt, das zeigen auch die mehrmaligen Platzierungen unter den Top 10 der besten Arbeitgeber.

Fünf bis sechs Jahre wird Renggli den Betrieb noch operativ leiten. «In 10 Jahren möchte ich dann definitiv ganz aussteigen», verriet der Firmenchef im Podiumsgespräch. Dann soll einer der drei Söhne David (24), Samuel (22) oder Micha (20) übernehmen.

Die Zeichen für weiteres Wachstum stehen gut. Holz als Baustoff ist gefragt, immer mehr auch bei mehrgeschossigen Bauten. Hier hofft Renggli auf ein weiteres Umdenken bei den gewerblichen Immobilieninvestoren. «Dort wird das nachhaltige Bauen oft noch zu stark dem Ziel einer möglichst hohen Rendite untergeordnet.»