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SCHWANENPLATZ: Der Luxus hat ein neues Zuhause

Das Stammhaus von Bucherer wurde in den letzten 18 Monaten umfassend umgebaut. Das Ziel: mehr Schweizer Kundschaft.
Roman Schenkel
Bucherer-Direktor Josef Williner im neu designten Laden am Schwanenplatz vor der «History Wall», die die Geschichte von Bucherer zeigt. (Bild Nadia Schärli)

Bucherer-Direktor Josef Williner im neu designten Laden am Schwanenplatz vor der «History Wall», die die Geschichte von Bucherer zeigt. (Bild Nadia Schärli)

Roman Schenkel

Es ist ein Donnerstagvormittag wie jeder andere am Luzerner Schwanenplatz. Chinesische Touristen bevölkern in grosser Zahl den Schwanenplatz. Ihr Ziel: Der Bucherer. Zu dritt, zu viert geht es durch die grosse Drehtür hinein ins Zentrum der Luzerner Uhren- und Schmuckwirtschaft. 200 Angestellte arbeiten allein im Bucherer Stammhaus, 50 davon sprechen Mandarin. Die chinesischen Kunden sind für Bucherer zentral. Hinter der Drehtür warten auf 1370 Quadratme­-tern, verteilt auf vier Etagen, 14 000 Uhren und unzählige Schmuckstücke auf sie.

Im Parterre herrscht denn auch reges Treiben, doch je höher der Besucher steigt, desto weniger Kunden, desto ruhiger die Atmosphäre. Der Blick aus den Fenstern bietet wunderbare Sicht auf See und Berge.

15 Millionen Franken investiert

Mehr Ruhe ins Geschäft zu bringen, das war eines der Hauptziele von Bucherer beim Umbau. Die letzten 18 Monate wurde gebaut, 15 Millionen Franken hat Bucherer dafür investiert. Gestern waren die Arbeiten offiziell beendet und das Haus für die Kunden wieder komplett geöffnet. «Wir hatten wegen des Umbaus aber keine Minute geschlossen», betont Josef Williner, Filialdirektor des Bucherer Stammhauses stolz. Der Umsatz habe während der Bauarbeiten kaum gelitten. «Die Kunden hatten viel Verständnis», so Williner.

Das Geschäft erscheint neu auf allen vier Etagen in einheitlichem Look. Es dominieren helle Farben, Marmor, Leder, Holz, Glas – so wie man es in der Luxusgüterbranche erwartet. Auf allen Etagen fallen ruhige Ecken und Rückzugsorte auf. «Wenn es bei den vielen Touristen ab und zu etwas lauter und nervöser im Laden zu und her geht, dann schätzen Schweizer einen ruhigen Rückzugsort», erklärt Williner. Dem will Bucherer nun verstärkt Rechnung tragen. Statt sich mitten im Pulk beraten zu lassen, können sich die Kunden in einen Raum zurückziehen und sich dort in aller Ruhe für eine Rolex oder eine Blancpain entscheiden. «Wohnzimmer-Effekt», nennt Williner das.

Dass der Uhren- und Schmuckhändler verstärkt den Fokus auf die lokale Kundschaft legt, sei wegen ihrer grossen Bedeutung, sagt Williner. Oft werde Bucherer als reines Touristengeschäft wahrgenommen, das sei aber nicht so. «Uns gibt es seit 1888. Wir haben eine sehr grosse lokale Stammkundschaft», sagt der Direktor des Schwanenplatzes. Ihr wolle man künftig mehr bieten. «Die Totalerneuerung ist ein klares Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Luzern», sagt auch Bucherer-CEO Guido Zumbühl.

Ohrringe stechen, Batterie wechseln

Hemmschwellen, den Bucherer zu betreten, müsse aber niemand haben: «Bei uns sind alle herzlich willkommen», bekräftigt Williner. Bei Bucherer unterscheide man nicht zwischen einem Kunden, der eine Swatch möchte und einem Kunden, der sich für eine Uhr im oberen Preissegment interessiere. «Hier kann man sich die Uhrenbatterie wechseln, Ohrenringe stechen lassen oder einfach durchs Geschäft flanieren.» Es herrsche ja kein Kaufzwang. Besonderen Wert legt Bucherer auf das Servicegeschäft. Fünf Uhrenmacher und drei Goldschmiede reparieren defekte Uhren oder passen Schmuckstücke an. Das finde man in Luzern sonst nirgends, sagt Williner.

Dass es bei den Preisen aber auch hoch hinaus geht, daraus macht Williner keinen Hehl. Die teuerste Uhr, eine Rolex aus Platin mit 42 Diamanten betückt, kostet eine gute Viertelmillion. Das teuerste Stück im Hause ist aber in der Schmuckabteilung zu finden. Für ein Collier, besetzt mit 57 Diamanten, muss man 2,5 Millionen Franken hinblättern. Für den hohen Preis sind insbesondere zwei pinkfarbene Diamanten verantwortlich, eine Rarität.

Kritik an der Branche

Für die Kritik, rund um den Schwanenplatz habe es zu viele Uhren- und Schmuckhändler, hat Williner wenig übrig. Luzern habe das Glück, dass die touristischen Angebote so zentriert und zentral gelegen seien. «Am anderen Ende der Altstadt, am Mühlenplatz zum Beispiel, spürt man wenig vom Gruppentourismus», sagt er. Auch die Neustadt könne sich ganz in eine andere Richtung entwickeln. «Bucherer ist einfach ein wichtiges Puzzleteil im lokalen Tourismus. Wir gehören dazu wie die Bergbahnen, der Pilatus und der See», sagt der Uhrenhändler. Froh ist er darüber, dass das neue Carregime am Schwanenplatz die Situation entschärft habe. «Um eine weitere Beruhigung zu erreichen, sprechen wir uns klar für das Musegg-Parking aus», sagt Williner. Dafür habe sich Bucherer auch finanziell engagiert.

Die teuerste Uhr im Geschäft, eine mit 42 Diamanten bestückte Rolex, kostet 256'200 Franken. (Bild Nadia Schärli)

Die teuerste Uhr im Geschäft, eine mit 42 Diamanten bestückte Rolex, kostet 256'200 Franken. (Bild Nadia Schärli)

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