SCHWEIZ: Bussen für Banken sollen drastisch steigen

Wieder wird gegen Schweizer Grossbanken ermittelt. Der Finanzexperte Maurice Pedergnana fordert: «Es braucht Bussen im dreistelligen Millionenbereich.»

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red. Es ist wie im grössten Casino der Welt. Schon wieder sollen Mitarbeiter von Grossbanken wie der UBS Kurse manipuliert haben – dieses Mal beim Handel mit Währungen. In der Schweiz bestätigt die Finanzmarktaufsicht Finma, dass sie deshalb Untersuchungen gegen mehrere Schweizer Finanzinstitute eingeleitet hat. Offen ist vorerst, welche Banken betroffen sind. Etliches deutet aber darauf hin, dass beide Schweizer Grossbanken involviert sein könnten. Der Vorwurf: Händler sollen Vermögenswerte über Billionen von Franken in ihrem Sinn beeinflusst haben – zum Schaden der Anleger, wie Fonds, Pensionskassen und Versicherungen.

Konsequente Kontrollen

Aufsichtsbehörden grosser Finanzplätze in Europa ermitteln ebenfalls seit Monaten gegen Grossbanken, die mit Devisen handeln. Eine Summe von 5,3 Billionen Dollar wird pro Tag im Devisenmarkt umgesetzt. Trotzdem ist dieser Markt immer noch am wenigsten reguliert. Experten fordern deshalb bereits seit langem strengere Regeln für den grössten Finanzmarkt der Welt. «Es braucht drastische Bussen im dreistelligen Millionenbereich und eine tiefreichende Untersuchung der Verantwortlichkeit», sagt Maurice Pedergnana (48), Professor für Banking & Finance an der Hochschule Luzern im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag».

Das zwinge zu einer konsequenten Beleuchtung der Kompetenzen und Fähigkeit aller Leute in den Risikosteuerungs- und kontrollfunktionen der Banken bis hinauf in den Verwaltungsrat und dessen Ausschüsse. «Wenn die Risikoüberwachung auf der zweiten und dritten Verteidigungslinie mit Praktikanten und ähnlichem Personal besetzt wird, ist das vergleichbar, wie wenn eine anrückende Panzerkolonie mit Nägeln auf der Strasse gestoppt werden soll», sagt Pedergnana.