Schweiz-Chef von EY gibt Posten ab

Der Länderchef des Wirtschaftsprüfers EY, der Luzerner Marcel Stalder, gibt seine Funktion ab. Ein Nachfolger soll in Kürze feststehen, wie das Unternehmen mitteilt. 

Andreas Möckli
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Marcel Stalder im Hotel Palace in Luzern. (Bild: Pius Amrein, 22. August 2016)

Marcel Stalder im Hotel Palace in Luzern. (Bild: Pius Amrein, 22. August 2016)

Der Druck wurde zu gross. Der Luzerner Marcel Stalder, Länderchef des Wirtschaftsprüfers EY, gibt diese Funktion ab. Er wird sich auf seine Aufgabe als sogenannter Market Leader der Region Deutschland, Österreich und Schweiz konzentrieren, teilt das Unternehmen mit.

Auslöser ist ein Belästigungsfall aus dem Jahr 2016. Damals hatte sich eine Mitarbeiterin gegen Zudringlichkeiten eines langjährigen Partners gewehrt und soll darauf gemobbt worden sein. Der Fall wurde von verschiedenen Medien publik gemacht. Im Dezember wurde dann der Partner suspendiert, wie unsere Zeitung berichtete. Nachdem der «Tages-Anzeiger» neue Details wie etwa kompromittierende Textnachrichten veröffentlichte, entschied sich EY (vormals Ernst & Young), eine neue, externe Untersuchung bei einer Anwaltskanzlei in Auftrag zu geben. Stalder sah sich deshalb dem Vorwurf ausgesetzt, den Belästigungsfall möglicherweise nicht gründlich genug abgeklärt zu haben.

Der mediale Druck sei zu gross geworden, sagt eine Person aus dem Umfeld von EY. Dies habe Kunden und Mitarbeiter verunsichert. Intern hat Stalder offenbar kommuniziert, mit seinem Schritt die Situation beruhigen zu wollen und einen Neustart zu ermöglichen. Inwiefern auch Julie Linn Teigland, die Verantwortliche für die Länder Deutschland, Schweiz und Österreich, eine Rolle gespielt hat, ist nicht bekannt. Ein Nachfolger für den Chefposten in der Schweiz soll in Kürze feststehen.

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Beat Schmid