Sünder der Strasse
Schweiz verliert wegen nicht bezahlter Verkehrsbussen von Ausländern Millionen

Die Schweizer Kantons- und Stadtpolizeien setzen Ordnungsbussen gegen Verkehrssünder mit Wohnsitz im Ausland oft nicht durch. Je nach Herkunftsland erhalten sie von deren Behörden keine Angaben zu Namen und Adressen der Fehlbaren.

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Zig Millionen Franken gehen der Schweiz verloren, weil gebüsste ausländische Autofahrer ihre Busse nicht bezahlen. uz

Zig Millionen Franken gehen der Schweiz verloren, weil gebüsste ausländische Autofahrer ihre Busse nicht bezahlen. uz

Bruno Utz

Auf weitergehende Mittel wie die Rechtshilfe, mit der Ermittlungen im Ausland möglich wären oder der ausländische Staat die Busse eintreiben würde, verzichten die Polizeien oft. Der Aufwand dafür wäre zu gross, lautet die Begründung. Wie eine Umfrage «NZZ am Sonntag» ergibt, bleiben darum jedes Jahr Bussen in Millionenhöhe unbezahlt.

Alleine die Polizeien der fünf Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Graubünden, St. Gallen und Thurgau verzeichneten im vergangenen Jahr ausstehende Beträge von rund sieben Millionen Franken. Und bei der Stadtpolizei Zürich wurden Bussen gegen ausländische Fahrzeughalter in der Höhe von 2,8 Millionen Franken nicht beglichen. In Zürich, wo die Hälfte der Bussen gegen Fahrzeughalter aus Deutschland ausgesprochen wird, ist die Zahlungsmoral der Österreicher am besten, gefolgt von Deutschen, Niederländern, Italienern und Franzosen.