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Schweizer Tourismus wird wettbewerbsfähiger

Die Schweizer Wintersportorte haben eine gute Saison hinter sich. Die Sommerreiseziele haben gemäss KOF-Prognosen eine starke Hochsaison vor sich. Auch darum, weil wieder mehr Europäer in der Schweiz Ferien machen.
Rainer Rickenbach
Eisige Temperaturen auf dem Titlis schrecken Touristen nicht ab. (Bild: Eveline Beerkircher (26. Februar 2018))

Eisige Temperaturen auf dem Titlis schrecken Touristen nicht ab. (Bild: Eveline Beerkircher (26. Februar 2018))

Noch nie habe er so gute Aussichten ankündigen können, sagte KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm heute an einer Medienorientierung. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich stieg erst nach der Finanzkrise von 2007 in das Prognosegeschäft für den Tourismus ein. Ihre Voraussagen fielen lange Zeit ziemlich niederschmetternd aus. Das begann sich im letzten Jahr zu ändern und mündet heuer in robuster Zuversicht in der Hotelbranche und im Gastgewerbe, wie in einer Umfrage ermittelt wurde.

«In fast allen für den Schweizer Tourismus wichtigen Ländern läuft die Wirtschaft gut, die Arbeitslosigkeit ist gesunken und der Franken wurde für die ausländischen Gäste günstiger», erklärte Sturm die Gründe für die Wende. Der Weg nach oben ist freilich mit Unwägbarkeiten gepflastert. Wie sehr, zeigte sich heute Vormittag: Während der KOF-Chef den optimistischen Ausblick vortrug, schüttelte es wegen der Regierungskrise in Italien die Finanzmärkte durch und mit dem Euro ging es bergab.

Wintersportorte legten deutlich zu

Die gute Wintersaison können ­indes auch die italienischen Politwirren nicht mehr beeinträchtigen. Nach Jahren in der Negativspirale mit bestenfalls stagnie­renden Zahlen war in den Schweizer Wintersportorten endlich wieder mehr los. Nach Schätzungen der KOF stieg die Zahl der Hotelübernachtungen in der zurückliegenden Wintersaison um stolze 4,6 Prozent. Logiernächte sind zwar nicht das allein selig machende Mass der Dinge im Tourismus, doch sie lassen vergleichbare Rückschlüsse auf den Zustand der Tourismusbranche zu. Geholfen hat dem Alpintourismus der frühe Schnee. «Insbesondere deutsche Touristen buchen wieder vermehrt Skiferien in der Schweiz», sagte Sturm.

Die Deutschen gelten als sehr preisbewusst, ihr Comeback erklärt sich die KOF mit dem attrakti­veren Preisniveau: Dank dem schwächeren Franken und einer geringeren Inflation als in der EU wurden Ferien in der Schweiz für Gäste aus den Euroländern erschwinglicher. «Vor allem gegenüber Österreich hat die Schweiz wieder deutlich an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen», so Sturm. Das wirkte sich bereits auf das Buchungsverhalten der Schweizer aus: Österreich meldete heute zwar einen touristischen Rekordwinter. Rückläufig waren einzig die Hotelübernachtungen der Schweizer. Viele von ihnen zogen es offensichtlich vor, ihre Winterferien innerhalb der eigenen Landesgrenzen zu verbringen.

In den Alpendestinationen in Graubünden, Wallis, dem Berner Oberland und der Zentralschweiz werden die Tourismusmanager den Eurokurs weiterhin genau im Auge behalten. Denn nach Schätzungen der KOF verlieren sie bei einer Aufwertung des Frankens zum Euro um 1 Prozent knapp 2 Prozent an Logiernächten. «Die Entwicklung im alpinen Raum ist sehr fragil. Sie ist stark vom Eurokurs und vom Wetter abhängig», sagt Jürg Stettler vom Luzerner Institut für Tourismuswirtschaft zu den KOF-Zahlen.

«Die Inder sind die neuen Chinesen»

Die Kapriolen der Einheitswährung können die Hoteliers in den Städten und weiten Teilen der Zentralschweiz mit mehr Gelassenheit mitverfolgen. Denn die europäischen Gäste spielen bei ihnen nicht eine derart dominante Rolle wie in den Wintersportorten. Sie verfügen über einen breiteren Gästemix (Zentralschweiz siehe Grafik), in dem die stark boomenden Märkte in Asien und Nordamerika den Ton angeben. Beim Touristenstrom aus Asien sorgen zurzeit nicht mehr die Chinesen für die grössten Wachstumszahlen, sondern die Inder. Sturm: «Die Inder sind die neuen Chinesen.» Für die Sommersaison sagt das KOF eine Zunahme der Hotelübernachtungen um 2,8 Prozent voraus.

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