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Schweizer Hypothekarbanken drohen «harte Zeiten»

Der Schweizer Immobilienmarkt steht womöglich vor grösseren Veränderungen. Verlierer könnten die verschiedenen Regional- und Kantonalbanken sowie die Raiffeisen-Institute sein.
Die Ratingagentur Moody's warnt: Aktuelle politische Entwicklungen seien eine Gefahr für Schweizer Hypothekarbanken. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Die Ratingagentur Moody's warnt: Aktuelle politische Entwicklungen seien eine Gefahr für Schweizer Hypothekarbanken. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

(sda/awp)

Die renommierte Ratingagentur Moody's hebt den Warnfinger: Den Schweizer Inlandbanken stünden «harte Zeiten» bevor, sollten angedachte Gesetzesänderungen wie geplant umgesetzt werden.

Der drohende «fundamentale Wandel» würde die Institute ausserdem zu einem kritischen Zeitpunkt im Konjunkturzyklus treffen, schrieb Moody's-Experte Mathias Külpmann in einem am Montag veröffentlichten Bericht.

Weniger tangiert seien die Grossbanken UBS und Credit Suisse, weil diese diversifizierter seien und ihre Marktanteile am Hypothekenmarkt in den letzten Jahren zurückgefahren hätten.

Eigenmietwert und Postfinance

Hintergrund der Warnung sind zwei aktuelle politische Entwicklungen: die angedachte kombinierte Abschaffung von Eigenmietwert und Hypothekarzins-Steuerabzug sowie der mögliche Eintritt von Postfinance in den Hypothekarmarkt.

Die Abschaffung des Steuerabzugs für Hypothekenzinsen würde laut der Ratingagentur zu schnelleren Amortisationen führen. Die Hausbesitzer würden ihre Schulden also rascher zurückzahlen. Und dies hätte gemäss der Studie «erhebliche Auswirkungen» auf das Geschäftsmodell der inlandorientierten Banken.

Die «Haupteinnahmequelle» dieser Institute geriete demnach unter Druck. Die Ratingagentur erinnert daran, dass Hypotheken bei diesen Geldhäusern über 90 Prozent der gesamten Kredite ausmachen - was schöne Zinsen abwerfe und Erträge aus Gebühren ermögliche.

Die Erteilung einer Vollbanklizenz an Postfinance würde darüber hinaus den Wettbewerbsdruck auf die Banken erhöhen, meint Moody's. Postfinance verfüge heute über 9 Prozent aller inländischen Einlagen. Es sei zu erwarten, dass die Bank im Laufe der Zeit auf einen ähnlichen Marktanteil wie auf dem Hypothekenmarkt kommen werde. Postfinance-Chef Hansruedi Köng hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, er strebe einen prozentual tiefen, einstelligen Marktanteil an.

Der Bundesrat hatte Anfang September vorgeschlagen, der Postfinance eine Vollbankenlizenz zu erteilen - und ihr damit die Vergabe von Hypotheken zu erlauben. Der Anlass dafür war die Ertragsschwäche des Instituts infolge der Negativzinsen. Die Eckwerte für ein neues System der Wohneigentumsbesteuerung stammen aus der Küche der ständerätlichen Wirtschaftskommission; diese hatte Ende August die Verwaltung beauftragt, eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten.

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