Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Schweizer bestellten 23 Millionen Pakete in Asien

Der Boom nimmt kein Ende: Schweizer Konsumenten kaufen immer mehr online ein. Und die Pakete kommen zu grossen Teilen aus Asien: 23 Millionen Kleinsendungen wurden 2018 gezählt. Beim Umsatz haben hiesige Händler noch Vorsprung.
Benjamin Weinmann
Arbeiter in einem Lager in der chinesischen Grossstadt Shanghai der Logistikfirma Best Inc., die Alibaba beim Versand unterstützt. Bild: Qilai Shen/Bloomberg (6. November 2017)

Arbeiter in einem Lager in der chinesischen Grossstadt Shanghai der Logistikfirma Best Inc., die Alibaba beim Versand unterstützt. Bild: Qilai Shen/Bloomberg (6. November 2017)

Bei dieser Zahl müssen hiesige Detailhändler leer schlucken: 23 Millionen. So viele Klein­sendungen bestellten Schweizer Konsumenten 2018 in Asien, namentlich auf Onlineplattformen wie Aliexpress, Tmall oder Wish. Im Jahr zuvor waren es erst 17 Millionen.

Das Total der Auslandpäckli beträgt sogar 33 Millionen, wenn man die Sendungen aus Europa und den USA hinzurechnet. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Verbands des Schweizerischen Versandhandels (VSV), des Marktforschers Gfk und der Schweizerischen Post.

Viele Pakete aus China kommen ohne Zollabgabe

Für 2019 rechnet VSV-Präsident Patrick Kessler mit einem ähnlich starken Wachstum der auslän­dischen Konkurrenz. Zum Vergleich nennt er die Anzahl Sendungen seiner Verbandsmitglieder wie Zalando, Coop@home und Nespresso. Zusammen verschickten sie 2018 innerhalb der Schweiz 45 Millionen Pakete, nicht mal die Hälfte mehr als Alibaba und Konsorten.

Umsatzmässig ist der Vorsprung allerdings massiv grösser, da es sich bei den asiatischen Sendungen oftmals um billige Produkte wie Handyladekabel oder Accessoires handelt. Kommt hinzu, dass viele chinesische Pakete ohne Mehrwertsteuer- und Zollabgabe in die Schweiz gelangen. Daran habe auch das neue, seit Januar geltende Mehrwertsteuergesetz wenig geändert, sagt Kessler. Er fordert deshalb härtere politische Massnahmen.

Insgesamt kauften Schweizer Konsumenten im vergangenen Jahr für 1,9 Milliarden Franken in ausländischen Onlineshops ein – rund 20 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Immerhin konnten aber auch die heimischen Onlinehändler zulegen. Ihr Umsatz stieg von 7 auf 7,6 Milliarden Franken.

Die Zahlen widerspiegeln die veränderten Einkaufsgewohnheiten: Immer mehr Leute kaufen online ein. Beim Kauf von Non-Food-Produkten macht der Onlineanteil bereits 16 Prozent aus. Und für Heimelektronik-Artikel wird sogar jeder dritte Franken im Internet ausgegeben.

Geschäfte bleiben wichtig

Allerdings seien die Geschäfte in den Städten nach wie vor wichtig, sagt Verbandspräsident Kessler. Er entkräftet das Vorurteil, dass sich die meisten Kunden in den Geschäften über ein Produkt informieren liessen und es dann online einkaufen. Dieses Vorgehen wird als «Showrooming» bezeichnet.

Es gebe eine weitaus grössere Gruppe, nämlich jene Konsumenten, die sich zuerst im Internet informieren und das gewünschte Produkt dann vor Ort im Geschäft einkaufen würden, sagt Kessler. Auch dieser Vorgang hat in der Branche einen englischen Namen: «Webrooming».

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.