Starker Franken
Schweizer kaufen für rund eine Milliarde Franken Fleisch im Ausland

Die starke Franken lockt Schweizer immer häufiger über die Grenzen. Im Ausland kaufen sie vor alem Fleisch. Eine Milliarde Franken dürften sie dieses Jahr dafür ausgeben. Nun geht der Bauernverband mit einer Kampagne dagegen vor.

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Deutscher Metzger legt ein Stück Fleisch in die Vitrine

Deutscher Metzger legt ein Stück Fleisch in die Vitrine

Keystone

Der starke Franken bringt Schweizer immer häufiger dazu, für den Fleischeinkauf ins Ausland zu fahren. In diesem Jahr werden die Konsumenten dafür schätzungsweise eine Milliarde Franken ausgeben, wie der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) in einer Untersuchung feststellte. Das entspricht einer Zunahme um 50 bis 60 Prozent gegenüber dem Jahr 2009, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt

Grund sind die enormen Preisunterschiede, die sich mit der Aufwertung des Franken noch vergrössert haben. So kostet laut NZZ am Sonntag ein Kolo Rinds-Entrecôtes in Frankreich umgerechnet schlappe 27 Franken, in der Schweiz aber 66 Franken.

Bauernverband lanciert Kampagne

Grenznahe Metzgereien kämpfen derweil ums nackte Überleben. Sie verzeichnen Umsatzeinbussen von 25 Prozent, wie SFF-Präsident Ruedi Hadorn sagt. Auch Migros und Coop bekommen diese Entwicklung zu spüren. Migros Genf hat deswegen bereits vor Wochen einen Stellenabbau angekündigt.

Der Schweizerische Bauernverband will mit einer grossangelegten Kampagne den Konsumenten nun zeigen, dass sie mit dem Fleischeinkauf im Ausland Produktionsformen unterstützen, die sie in der Schweiz ablehnen. Heute Sonntag startet die Organisation eine landesweite Aktion, um den Kunden zu danken, die ihre Einkäufe im Inland tätigen. Angesichts von Preisunterschieden bis zu 160 Prozent hat er mit solchen Initiativen jedoch einen schweren Stand.