Schweizer Tourismus leidet unter der Wirtschaftskrise

Fremdenverkehrszahlen in der Schweiz erstmals seit 2003 rückläufig

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Schweizer Tourismus leidet unter der Wirtschaftskrise

Schweizer Tourismus leidet unter der Wirtschaftskrise

Ausländische Reisende gaben 2009 in der Schweiz weniger Geld aus, und auch die Schweizer Touristen waren im Ausland sparsamer.

Ausländische Reisende (inklusive Kurzaufenthalter) gaben 2009 in der Schweiz 15 Milliarden Franken aus. Das sind rund 600 Millionen Franken weniger als ein Jahr zuvor, also ein Minus von 3,8 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) schätzt. 2003 bis 2008 verzeichnete die Fremdenverkehrsbilanz hier einen Zuwachs, wie das BFS gestern schrieb.

Auch die Schweizer waren 2009 weniger reisefreudig: Die Ausgaben von Schweizer Reisenden im Ausland gingen um 277 Millionen Franken (minus
2,4 Prozent) auf 11,5 Milliarden Franken zurück. Schon 2008 hatten Schweizerinnen und Schweizer im Ausland weniger ausgegeben. Vor allem auf Auslandreisen mit Übernachtungen gaben Schweizer 2009 weniger aus:
9 Milliarden Franken, dies entspricht einem Rückgang von
4,1 Prozent.

316 Millionen Franken weniger

Daraus resultiert ein Aktivsaldo der Fremdenverkehrsbilanz 2009 von 3,5 Mrd. Franken. Das sind 316 Millionen Franken weniger als 2008.

Etwas mehr als zwei Drittel der Einnahmen der Schweizer Tourismuswirtschaft mit ausländischen Gästen entfallen auf den Reiseverkehr mit Übernachtungen. Nach den beiden sehr guten Jahren 2007 und 2008 gaben ausländische Ferien- und Geschäftsreisende aufgrund der globalen Wirtschaftskrise 2009 in der Schweiz nur 7,6 Milliarden Franken aus. Im Vorjahr waren es 8,3 Milliarden Franken gewesen.

Dagegen wuchsen die Ausgaben der Ausländer für Spital- und Ausbildungsaufenthalte in der Schweiz erneut – von 2,3 (2008) auf 2,4 Milliarden (2009). Schon 2008 waren sie angestiegen. Das BFS führt diesen Trend auf die weiterhin wachsende Zahl von ausländischen Studierenden an Schweizer Hochschulen zurück.

Sparsame Kurzaufenthalter

Die Einnahmen aus dem Tages- und Transitverkehr sowie die Konsumausgaben der ausländischen Grenzgänger und Kurzaufenthalter verringerten sich leicht auf 3,2 respektive 1,7 Milliarden Franken. (sda)