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Schweizer Verleger rücken wegen ausländischer Konkurrenz zusammen

Um sich im Werbemarkt gegen ausländische Konkurrenz behaupten zu können, sind die vier grossen Schweizer Medienhäuser offen zur Bildung einer Allianz. Dies erklärten die Chefs von Ringier, NZZ, Tamedia und SRG an einem Gespräch am Swiss Media Forum in Luzern.
Der Präsident des Verbands Schweizer Medien und Verleger von Tamedia, Pietro Supino, anlässlich des Swiss Media Forum im KKL Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 27. September 2018))

Der Präsident des Verbands Schweizer Medien und Verleger von Tamedia, Pietro Supino, anlässlich des Swiss Media Forum im KKL Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 27. September 2018))

(sda) Thema des als "Elefantenrunde" angekündigten einstündigen Anlasses auf der MS Diamant waren das für die Medien von starken Turbulenzen geprägte Jahr 2018 und Visionen für die Zukunft. Ringier-CEO Marc Walder mahnte, die Verleger dürften sich nicht auseinanderdividieren lassen.

Walder erinnerte daran, dass 80 Prozent der digitalen Werbeeinnahmen an die grossen ausländischen Plattformen gingen. Er skizzierte zur Stärkung des Schweizer Werbemarktes eine Allianz zwischen den Verlagen und der SRG etwa im Datenmanagement.

NZZ-CEO Felix Graf pflichtete Walder bei. Die Verlage befänden sich in einem Überlebenskampf. Er wies aber auch darauf hin, dass die Bildung eines solchen Schulterschlusses nicht Jahre dauern dürfe. Tamedia-CEO Pietro Supino sagte, bis Ende Jahr müssten die Grundlagen dazu vorhanden sein. SRG-Generaldirektor Gilles Marchand zeigte Verständnis für die Idee einer solchen Zusammenarbeit.

In den vorangehenden Voten hatten die vier Medienchefs das Medienjahr 2018 analysiert, das von Zusammenschlüssen, Belegschaftsstreiks und der Billag-Abstimmung geprägt war. Das Jahr zeige, unter welchem Druck die Medien stünden, erklärten die vier Männer.

Supino glaubt indes nicht, dass das laufende Jahr ein Schicksalsjahr für die Branche sei. Wohl könnten aber 2015 bis 2020 eine Wendezeit sein. Das so viel in einem Jahr passiert sei, sei wohl Zufall. Die Dynamik nehme seit 20 Jahren zu.

Digitaler Journalismus sei enorm teuer und teurer als gedruckte Zeitungen, sagte Walder. Es brauche für ihn gute Technologie- und Datenkompetenz, aber auch guten Journalismus, vor allem im Bewegtbild. Man könne mit digitalem Journalismus Geld verdienen, aber es würden künftig weniger Publikationen als heute sein. Es bleibe "blutig", sagte Walder.

Die zum Teil negativen Reaktionen der Journalisten auf Veränderungen kann Walder nachvollziehen. Die Verlage müssten die Wertschätzung gegenüber den Journalisten wieder hochhalten, sagte er. Sie seien nicht nur ein Kostenfaktor.

Auch Supino zeigte sich beim Thema Widerstand aus den Belegschaften selbstkritisch. "Wir haben nicht genügend kommuniziert", sagte er. Der Weg der Transformation in die Zukunft müsse besser aufgezeigt werden. Er sagte aber auch, sich von den Leuten trennen zu wollen, die nur kritisierten und an ihren Pfründen festhalten wollten.

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