DNA-Analyse
Schweizer zu sein, lohnt sich bei der Autoversicherung besonders

Die CVP fordert in einem Vorstoss die DNA-Analyse bei Nordafrikanern. Ausländer werden aber auch in anderen Bereichen anders behandelt: Zum Beispiel beim Waffenhandel, aber auch bei der Autoversicherung. Kann man das vergleichen?

Claudia Landolt
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Der SP-Politiker David Rodriguez hat sich kürzlich einbürgern lassen. Dass Schweizersein in gewisser Hinsicht monetär positiv ins Gewicht fallen kann, hat der Secondo Ende Jahr gemerkt, als es nämlich um die Verrechnung der jährlichenFahrzeugVersicherung ging. Die Quintessenz: Schweizer fahren günstiger. In einem Beitrag der Sendung «10vor10» erzählt Rodriguez: «Seit ich die Nationalität gewechselt habe und Schweizer bin, ist meine Autoversicherung deutlich günstiger. Ich bezahle durch die Einbürgerung 350 Franken Jahresprämie weniger». Höhere Unfallgefahr wegen Raserei oder ähnlichem bei gewissen Nationalitäten seien der Grund dafür, so Rodriguez, der bei seiner Versicherung nachgefragt hat.

Auf Nachfrage der Nordwestschweiz/az beim Versicherungsvergleichdienst comparis.ch, erklärt Kommunikationsleiter Felix Schneuwly, «dass diese Aussage in der Sendung 10vor10 für eine Vollkaskoversicherung durchaus stimmen kann.» In der dieser Zeitung zugestellten Dokumention ist ersichtlich, dass ein Schweizer je nach Anbieter eine mindestens 1924.40 tiefere Jahresprämie im im Vergleich zu einem Spanier oder einer Spanierin bezahlt.

Höhere Versicherungsgebühren für gewisse Nationalitäten - zumindest rechtlich ist das zulässig.

Umstritten, aber korrekt

Markus Schefer, Professor für Staats- und Verwltungsrecht der Universität Basel meint zu «10vor10»: «Das ist sehr umstritten. Bundesamt für Justiz sagt aber, es sei zulässig. Argumentiert wird gerne damit, dass es sich um eine private Versicherungsgesellschaften handelt und nicht um eine staatliche Assekuranz. Erstere sind wengier an Grundrechte gebunden als der Staat.

Das Beispiel Waffen zeigt, dass auch der Staat nicht alle gleich behandelt. Unter anderem dürfen Menschen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens keine Waffe besitzen, tragen oder kaufen. Aktuell wird die Überprüfung der Ausweitung dieser Regelung auf andere Ländern diskutiert.

Der ehemalige Polizeikommandant und frühere Lehrbeauftragte der Universitäten Basel und St. Gallen Markus Mohler meint: «Rechtlich ist das kein Problem. Anders als in den USA ist es hierzulande kein Verfassungsrecht, eine Waffe zu besitzen. Die polizeilich erteilte Bewilligung, eine Wafffe zu tragen, kann man einschränken auf jene, die laut Statistik eine deutlich höhere Gefährlichkeit mit Waffen aufweisen.»

HIer gehts zur Sendung: http://www.srf.ch/player/tv/10vor10/video/10vor10-vom-22-04-2013?id=b07e96fe-8a81-45d4-a7a2-57801df76017