Entscheid gefallen
Schwerer Schlag für Dornach: Swissmetal streicht 268 Jobs

Swissmetal baut am Standort Dornach 268 Stellen ab, dementiert aber eine Schliessung des Werkes. Die Gewerkschaft Unia jedoch spricht von einer «faktischen Schliessung des Standorts » und wirft Swissmetal Wortbruch vor.

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Swissmetal schrieb bereits in den letzten drei Jahren rote Zahlen

Swissmetal schrieb bereits in den letzten drei Jahren rote Zahlen

Keystone

Der Verwaltungsrat der Swissmetal Industries habe beschlossen, die «künftigen Aktivitäten auf die tragfähigen und rentablen Geschäftsbereiche zu beschränken», teilte das Unternehmen mit. Nur damit könne das Fortbestehen dieser Geschäftsbereiche gesichert werden. Dies habe die Entlassung von 268 Mitarbeitenden am Standort Dornach zur Folge.

Das Werk soll jedoch nicht geschlossen werden, wie eine Sprecherin gegenüber «Tele M1» präzisierte. Die Produktionsstandorte in Reconvilier (BE) und im deutschen Lüdenscheid seien zudem von diesem Personalabbau nicht betroffen.

Swissmetal will Dialog nicht abbrechen

Die Gewerkschaft Unia kritisiert diese Massnahmen scharf und spricht von einer «faktisch die Schliessung» des Standorts Dornach. Der Entscheid widerspreche zudem den noch «gestern Abend zwischen den Sozialpartnern vereinbarten Abmachungen». Damit würden sämtliche «alternative Lösungen verhindern.»

In mehrstündigen Verhandlungen hätten sich die Sozialpartner mit den Swissmetal-Verantwortlichen darauf geeinigt, die Bemühungen um den Erhalt des Standorts Dornach aufrechtzuerhalten. Entsprechend hätten vorderhand auch noch keine Kündigungen beschlossen werden sollen.

Die Swissmetal Industries AG versichert aber gleichzeitig, weiter mit allen interessierten Parteien sprechen zu wollen, «um die bestmögliche Lösung zu erarbeiten und umzusetzen». Zurzeit fänden Beratungen zwischen dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), den Kantonen Bern und Solothurn sowie den Gewerkschaften über weitere mögliche Massnahmen statt.

Jahrelang in den roten Zahlen

Swissmetal hat im ersten Halbjahr 2011 einen Verlust von 76,7 Millionen Franken geschrieben. Wegen der stark verschlechterten Liquidität will der Verwaltungsrat der Generalversammlung nun Sanierungsmassnahmen beantragen.

Swissmetal war bereits im Geschäftsjahr 2010 in den roten Zahlen; der dritte Jahresverlust in Folge. (sda/pi)