Cyber-Spionage
Schwerer Verdacht: China klickt sich durch Schweizer Wirtschaft

In einem 76-seitigen Bericht bezichtigt eine US-IT-Sicherheitsfirma China der Werkspionage. Anscheinend sind auch Firmen aus der Schweiz betroffen. Erhärtet sich der Verdacht, müsse der Bundesrat handeln, fordert ein Nationalrat.

Merken
Drucken
Teilen
Laut dem Bericht hackten sich die Chinesen auch in Schweizer Unternehmen. Foto: Keystone

Laut dem Bericht hackten sich die Chinesen auch in Schweizer Unternehmen. Foto: Keystone

KEYSTONE

Glaubt man einem Bericht der US-IT-Sicherheitsfirma Mandiant, dann haben chinesische Profihacker im Wissen der Regierung und der Armee seit 2006 weltweit immense Datenmengen von mindestens 141 Firmen gestohlen. Darunter auch zwei Firmen aus der Schweiz. Welche Unternehmen dies sind, entzieht sich dem Wissen von Max Klaus von der Melde- und Analysestelle Informationssicherung Melani, wie dieser der Zeitung «20min» sagt.

China weist Anschuldigungen zurück

Die Gruppe APT1 soll in Schanghai von einem Armeegebäude aus als Einheit «61398» operiert haben. China weist die erhobenen Vorwürfe vehement zurück. Derweil ist für Thomas Hurter, den Vize-Präsidenten der nationalrätlichen Sicherheitskommission, laut «20min» klar: «Erhärtet sich der Verdacht, dass Chinas Regierung von den Attacken wusste, muss der Bundesrat handeln.» Das Thema ist auf jeden Fall heikel, da die zwei Länder in einer wirtschaftlichen Beziehung stehen.

Cyberattacken an der Tagesordnung

Schweizer Unternehmen werden regelmässig von Cyberattacken bedroht, so Max Klaus. Deswegen gebe es eine nationale Strategie zum Schutz vor Cyber-Risiken, die bereits im Einsatz sei. Klaus betont laut «20min»: Die Schweiz schützt ihre kritischen Infrastrukturen gut. Sie kooperiert aktiv in internationalen Netzwerken gegen Cybercrime.»