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Schwyzer Kantonalbank hat Fehler nicht bemerkt

Die Schwyzer Kantonalbank versuchte bisher erfolglos, den Schaden im «Fall Kennel» zu reduzieren. Es geht um einen unglücklichen Einstieg ins Geschäft mit Pensionskassen.
Josias Clavadetscher

Der geplante Einstieg ins durchaus lukrative Geschäft mit Pensionskassen und Vorsorgeeinrichtungen ist der Schwyzer Kantonalbank (SZKB) ziemlich misslungen. Unter dem Lead von Bankpräsident Kuno Kennel hat man sich offensichtlich dazu eine ungeeignete Partnerschaft ausgewählt.

2014 ist die SZKB eine strategische Beteiligung an der Nova Vorsorge AG eingegangen. Diese wurde bis dahin mehrheitlich von Geschäftspartner A. gehalten. Aufgrund von «Unstimmigkeiten» hinsichtlich der Führung ist A. Mitte 2015 ausgeschieden. Die SZKB und die Swiss Investi GmbH, Appenzell, haben die restlichen Aktien für zusammen 5,4 Mio. Franken übernommen. Zudem hat die SZKB sich zur Zahlung einer Abfindung von 1 Mio. Franken an A. verpflichtet.

Unternehmenswert massiv überhöht

Wenig später hat sich gezeigt, dass die Bilanz der Nova Vorsorge AG überhöht gewesen ist. Der dem Aktienkauf zugrunde gelegene Unternehmenswert war mehr als hundertmal höher als das Eigenkapital. Diese Fehleinschätzung hat insbesondere Bankpräsident Kennel massiv Kritik eingetragen.

Bei der Rechenschaftsablage im letzten Juni im Kantonsrat musste er eingestehen, dass die Aktien wohl überzahlt worden seien. A. wurde dagegen vorgeworfen, dass er vertragliche Zusicherungen verletzt haben soll, eine «tatsächliche Überschuldung sei vertuscht worden». Der Beschuldigte A. hat dies alles bestritten.

Um wenigstens den Versuch zu starten, verlorenes Geld wiederzubeschaffen, haben die Kantonalbank und die Investi GmbH nach ergebnisloser Verhandlung vor dem Friedensrichter beim Bezirksgericht Schwyz Klage eingereicht.

Beantragt wurde, dass A. beiden Klägerinnen eine Konventionalstrafe von je 250000 Franken und eine Schadensabgeltung von 16000 Franken zu entrichten habe. Zudem wurde die Abgeltung von 1 Mio. Franken zurückgefordert.

Rügefrist wurde verpasst, Fehler nicht bemerkt

Das Bezirksgericht Schwyz hat nun in einer sehr umfangreichen Begründung «die Klage vollumfänglich abgewiesen». Erstens sei gemäss den abgeschlossenen Verträgen die «Rüge nicht rechtzeitig eingereicht worden». Spätestens bei der Behandlung des Geschäftsberichts 2014 hätte die SZKB mit ihren Fachleuten erkennen müssen, dass Unklarheiten bestehen.

Zumal die Bank Mitglieder im Nova-Verwaltungsrat gestellt habe, die allenfalls darum «die ihnen zukommenden Sorgfaltspflichten unzureichend wahrgenommen haben». Weiter hält das Bezirksgericht fest, dass die Klägerinnen gar nicht beweisen, ob ein Schaden entstanden ist und wie hoch dieser sei. Teils wird von einem Unternehmenswert der Nova Vorsorge AG von 17,5 Mio., dann sogar von einem von 45 Mio. Franken ausgegangen.

Umfangreiche Akten und hohe Kosten

In diesem Zivilprozess fällt die hohe Komplexität auf. Die beiden klagenden Parteien haben eine Klageschrift mit Replik von 120 Seiten Umfang eingereicht, der Beklagte A. eine Klageantwort und Duplik von 130 Seiten. Beide Seiten haben auch Parteigutachten eingeholt und eingereicht. Das Urteil umfasst 37 eng beschriebene Seiten.

Dieser Aufwand schlägt sich letztlich in den Kosten nieder. Die Kosten sind gemäss den eingeklagten Forderungen aufgeteilt worden. Die Kantonalbank hat Gerichtskosten von 48000 Franken und eine Parteientschädigung von 80000 Franken zu tragen, die Investi GmbH von 12000 und 20000 Franken.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innerhalb von 30 Tagen kann beim Kantonsgericht Schwyz dagegen Berufung eingelegt werden.

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