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Computertomographie soll den Sicherheits-Check an Flughäfen
deutlich effizienter machen

Moderne Scanner sollen den Sicherheitscheck an Flughäfen wieder vereinfachen, ohne dass die Qualität der Kontrolle darunter leidet. In München wurde ein neues System getestet – Zürich zeigt Interesse.
Benjamin Weinmann
Sicherheitskontrollen wie hier am Flughafen Zürich könnten dank moderner Technik effizienter werden. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone (2. Oktober 2008)

Sicherheitskontrollen wie hier am Flughafen Zürich könnten dank moderner Technik effizienter werden. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone (2. Oktober 2008)

Für viele Passagiere ist sie der grösste Stress vor der Flugreise: die Sicherheitskontrolle. Koffer und Rucksack aufs Rollband ­legen, Flüssigkeiten in durchsichtige Säckchen stecken, Laptop raus, Tablet raus, Smartphone raus – und dahinter warten die anderen Passagiere ungeduldig in der Schlange.

Solche Stresssituationen könnten doch schon bald der Vergangenheit angehören. Der Flughafen München testet seit diesem Februar eine neuartige Sicherheitskontrolle mit zwei Kontrollspuren, welche die Wartezeiten reduzieren und den Komfort für die Passagiere erhöhen soll. Beim Pilotprojekt involviert ist nebst dem Luftamt Südbayern und dem Münchner Flughafen auch die Lufthansa, die Muttergesellschaft der Swiss.

Ex-Swiss-Chef ist zufrieden

Laut deutschen Medienberichten kontrollieren hochsensible Prüfgeräte mit Computertomografie-Technik das Handgepäck, wobei die Passagiere die Laptops, Handys und erlaubten Flüssigkeiten im Rollkoffer oder Rucksack liegen lassen können. Bei der bisherigen Röntgentechnologie ist dies nicht möglich. Die Kontrolle wird dadurch schneller, da bis zu vier Reisende ihr Gepäck in eine Hartschale legen können. Die Testphase läuft noch bis Ende Jahr. Ist sie erfolgreich, sollen weitere neuartige Kontrollspuren folgen.

Vor wenigen Tagen zogen die beteiligten Firmen eine erste Bilanz vor Ort, darunter auch Lufthansa-Vorstandsmitglied und Ex-Swiss-Chef Harry Hohmeister: «Unsere Kunden erwarten zu Recht schnelle und effiziente ­Sicherheitskontrollen.» Eine moderne, innovative Technik leiste dazu einen grossen Beitrag und sei wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu anderen Flughäfen zu garantieren.

Eben noch in München, bald auch in Zürich? Flughafen-Zürich-Sprecherin Sonja Zöchling erklärt auf Anfrage, man habe derzeit keines der neuen Geräte im Einsatz, und auch ein Test ist momentan nicht vorgesehen. Aber: «Wir werden aufmerksam beobachten, wie sich die neue Generation der Sicherheitskontrollgeräte in München bewährt. Und wir werden uns sicherlich während des Testbetriebs auch mit unseren Münchner Kollegen austauschen.»

Der Flughafen Zürich hatte erst 2011 eine neue Sicherheitskontroll-Infrastruktur eröffnet, welche die Wartezeiten deutlich verkleinert hat. Durchgeführt werden die Kontrollen von der Kantonspolizei Zürich. Diese Woche wurden die Zürcher zudem für die weltbeste Flughafen-Sicherheitskontrolle von der Organisation Skytrax ausgezeichnet. Allerdings ist fraglich, ob lange Schlangen auch in Zukunft ohne Modernisierungen verhindert werden können. Denn die Passagierzahlen in Kloten wachsen rasant. Im vergangenen Jahr zählte der Flughafen erstmals über 31 Millionen Passagiere, und gemäss aktuellsten Prognosen sollen es 2040 rund 50 Millionen sein.

In Genf bereits im Einsatz

Genf ist bereits einen Schritt weiter. Der Landesflughafen in der Romandie setzt seit Juli auf die neue Technologie, wie sie zurzeit in München getestet wird. Die Erfahrungen mit den zwei Kontrolllinien seien positiv, sagt Operationschef Giovanni Russo. Man könne zu Spitzenzeiten doppelt so viele Passagiere durch die Kontrolle schleusen und gleichzeitig die Sicherheitsstandards erhöhen. Denn die neuen Scanner würden auf mögliche Sprengstoffe im Handgepäck hinweisen. Bei den alten Maschinen ist einzig die Analyse des Menschen ausschlaggebend. Künftig wolle man noch stärker auf die neue Technik setzen, so Russo. Die Installation der zwei Linien habe einen hohen einstelligen Millionenbetrag gekostet.

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