Seetal
Seetaler Touristen zücken bald Gästekarte

Ideen für Familienausflüge, Hotelpauschalen, Tischsets und eine Gästekarte sollen den Tourismus im Seetal ankurbeln. Hotelpauschal-Angebote und Prospekte für Familienausflüge wurden im Rahmen des Tourismusprojektes im Aargauer und Luzerner Seetal bereits umgesetzt. Andere, wie die einheitliche Vermarktung von Produkten oder eine Gästekarte stehen in den Startlöchern.

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Bild Seetal Tourismus 2009

Bild Seetal Tourismus 2009

Aargauer Zeitung

Irena Jurinak

Bald zücken Touristen in Seetaler Museen, Schwimmbädern oder Bussen ihre Gästekarte und profitieren von günstigeren Preisen. Noch seien zwar nicht alle Hoteliers im Seetal von der Gästekarte überzeugt, sagt René Bosshard, Präsident des Vereins Seetaltourismus. Trotzdem verfolgt man die Idee weiter.

Finanziert wird die Karte über eine Kurtaxe für Hotelgäste, die es bisher nicht gab. Die Gästekarte ist nur eine von vielen Ideen, die im Rahmen des Tourismus-Projektes (siehe Box) im Aargauer und Luzerner Seetal umgesetzt werden.

Update

Vor einem Jahr unterzeichneten der Verein Seetaltourismus und der Kanton Aargau eine Vereinbarung, um das Aargauer und Luzerner Seetal touristisch besser zu vermarkten. Im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) unterstützen Bund und Kanton das Tourismusprojekt mit 260 000 Franken. (ju)

Velomiete und Schifffahrt inklusive

Ein Jahr nach dem offiziellen Start des Projektes informierte Seetaltourismus gestern die Medien auf dem Bauernhof Sprosshügel in Seengen über bisherige und geplante Aktivitäten. Die Zielgruppe des Projektes sind Touristen, die rund eineinhalb Stunden Autofahrt entfernt wohnen, beispielsweise im Raum Basel-Land oder Solothurn. «Der Hallwiler- und der Baldeggersee sind die für Basler am schnellsten erreichbaren Seen», so Bosshard.

In diesem Raum versandte Fabienne Vollenweider vom Tourismusbüro Prospekte von Ausflugspauschalen und einen Wettbewerb an rund 550 Familien. Im «Schiffs- und Veloplausch» ist Velomiete, Schiffsbillette und Badieintritte inklusive, ein Zweitagesausflug bietet einen Besuch im Erlebnispark Schongiland, Abendessen und Schlafen im Stroh. Weitere Pauschalen gibt es zum Lamatrekking oder Schloss Lenzburg. Auf den Wettbewerb erhielt Vollenweider von rund 80 Familien Rückmeldung.

Ausserdem bot Seetaltourismus diesen Sommer für die Oper im Schloss Hallwyl Pauschal-Angebote mit Hotelübernachtung an. 52 Übernachtungen seien bisher gebucht worden, so Vollenweider.

Weitere Partner gesucht

Die Suche nach Partnern, die Dienstleistungen anbieten, läuft weiter. Bisher unterstützen 17 Aargauer und 9 Luzerner Leistungsanbieter das Projekt finanziell. Die sehr verschiedenen Betriebe - von kleinen Bauernhöfen bis zu grossen Hotels - beteiligen sich auf unterschiedliche Art und Weise. Sie können zwischen einer Gold-, Silber- oder Bronzemitgliedschaft wählen. Zusätzlich zu den Leistungsanbietern fragte man 51 Seetaler Gemeinden - 23 in Luzern und 12 im Aargau - um Unterstützung an.

Die Partner brachten zusammen mit Seetaltourismus 140 000 Franken in das Projektbudget ein, 260 000 kamen von Bund und Kanton. Rund einen Drittel des Budgets von 400 000 Franken hat man für Planung, Beratung, Gestaltung und Texte bisher ausgegeben.

Seetaler Wein, Eier, Brot

Weitere Ideen und Aufgaben stehen bereits in den Startlöchern. Unter anderem ist geplant Produkte aus dem Seetal einheitlich zu vermarkten: Wein, Eier, Brot. Die Palette ist beliebig erweiterbar, sie soll vor allem regional, urchig und typisch sein.

Ausserdem wird die Zielgruppe im nächsten Jahr auf ältere Menschen oder Pensionierte ausgeweitet, die touristische Übersichtskarte und der Internetauftritt überarbeitet. Schon aufgetischt werden seit gestern die neuen Seetaler Tischsets.