Pharmakonzern Shire zieht weg: Zug verliert 500 Jobs

Der Sitz des Pharmakonzerns Shire in Zug wird nach der Übernahme durch den japanischen Konkurrenten Takeda aufgelöst und teilweise nach Zürich verlagert. Damit verlässt einer der grössten Arbeitgeber den Kanton.

Livio Brandenberg
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Shire wurde Ende letzten Jahres von Takeda übernommen. (Bild: Screenshot Marketplus)

Shire wurde Ende letzten Jahres von Takeda übernommen. (Bild: Screenshot Marketplus)

Im letzten Dezember übernahm der japanische Pharmakonzern Takeda den irischen Arzneimittelhersteller Shire mit Sitz in Zug für 62 Milliarden US-Dollar; geeinigt hatten sich die beiden Unternehmen bereits im Mai. Jetzt ist klar: Nach der Übernahme läuft nun die Zusammenlegung der Organisationen an. In diesem Zuge wird der Shire-Sitz in Zug aufgelöst und teilweise nach Zürich verlagert. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, gehen dadurch im Kanton Zug rund 500 Stellen verloren. Der Wegzug betrifft vor allem ehemalige Shire- beziehungsweise heutige Takeda-Angestellte am Standort Zug, die im internationalen operativen Geschäft arbeiten, wie ein Takeda-Firmensprecher der Zeitung bestätigt.

Die Belegschaft sei letzte Woche in einer internen Mitteilung über diesen Schritt informiert worden. Im internen Schreiben werde zwar die Bedeutung der Schweiz als regionale Zentrale betont. Doch, so die NZZaS, heisse es auch, man wolle die Organisation «vereinfachen und verschlanken». Takeda hat in Opfikon bei Zürich den europäischen Regionalsitz mit rund 500 Personen. Der Entscheid, diesen Standort auszubauen, sei aufgrund der Nähe zum Flughafen und wegen des Life-Science-Clusters im Grossraum Zürich gefallen.

«Stellenabbau im grösseren Stil»

Der Umzug soll gemäss dem Artikel bis Ende 2019 vollzogen sein. Takeda gebe weiter keine Zusicherung ab, alle Arbeitsplätze zu erhalten. So zitiert die Zeitung einen Manager, der bereits wisse, dass er nicht länger beschäftigt werde, mit der Aussage, es stehe wohl ein «Stellenabbau im grösseren Stil» bevor. Angesichts der Verschuldung, die sich Takeda durch die Übernahme von Shire aufgeladen habe, müssten die Japaner «unbedingt die Personalkosten drücken».

Shire beschäftigte Ende 2018 weltweit rund 24'000 Mitarbeiter, zirka 650 davon am Schweizer Standort in Zug, wo sich der Sitz für das internationale operative Geschäft befand. Damit war Shire einer der grössten Arbeitgeber im Kanton Zug. 

Shire und Takeda erzielen Durchbruch bei Übernahmegesprächen

Nach langem Ringen haben die Pharmakonzerne Shire und Takeda einen Durchbruch bei ihren Gesprächen über einen Zusammenschluss erzielt. Der japanische Konzern Takeda habe seine Offerte auf 64 Milliarden Dollar aufgebessert, teilte Shire am Dienstag mit.