SICHERHEIT: Latinos bunkern Daten im Urner Fels

Früher diente der Bunker bei Attinghausen der Armee als Rückzugsort bei einem Krieg. Heute lagern dort sicher Daten. Nun hat dies auch ein internationaler Dienstleister entdeckt.

Dominik Buholzer
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Tobias Christen, CEO von DSwiss, im Rechnerraum tief im Berg von Attinghausen. Zunehmend mehr Ausländer lagern ihre Daten in der Schweiz. (Bild: PD)

Tobias Christen, CEO von DSwiss, im Rechnerraum tief im Berg von Attinghausen. Zunehmend mehr Ausländer lagern ihre Daten in der Schweiz. (Bild: PD)

Seine Bezeichnung war ganz einfach K 7. Doch K 7 hatte es in sich. Tief im Berg in der Urner Gemeinde Attinghausen erstreckte sich jahrelang der grösste atomsichere Bunker der Schweizer Armee. Heute bunkert DSwiss in K 7 Daten. Das Zürcher Unternehmen bietet unter dem Label SecureSafe Online-Datenspeicher an. Mit Erfolg. Mehr als 600'000 Personen nehmen den Dienst in Anspruch. Zuerst waren es vor allem Privatpersonen aus der Schweiz. In der Zwischenzeit konnte DSwiss auch zahlreiche Schweizer Unternehmen wie die Zürcher Kantonalbank oder Allianz dazugekommen.

Zugang zu einem neuen Markt

Nun findet der Dienst auch international immer mehr Beachtung. Mit Prosegur konnte DSwiss erstmals mit einem global agierenden Sicherheitsdienstleiter eine Zusammenarbeit vereinbaren, wie DSwiss-CEO Tobias Christen gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag» bestätigt. Details will das Zürcher Unternehmen in den kommenden Tagen bekannt geben. Prosegur zählt zu den weltweit führenden Sicherheitsdienstleistern im Finanzbereich. Das Familienunternehmen ist an der Madrider Börse kotiert, hat aber vor allem im südamerikanischen Raum eine dominante Marktstellung.

DSwiss wird die neue Kooperation einen mächtigen Schub verleihen. Prosegur betreut 24'000 Grossunternehmen, 170'000 KMU sowie 200'000 Privatkunden bei der sicheren Abwicklung von Finanztransaktionen, Bargeld- und Wertsachentransporten. Der Vertrag mit DSwiss sieht vor, dass heutige Prosegur-Kunden wählen können, ob sie die Dienste von SecureSafe nutzen wollen. Bei allen Neukunden sind die Dienstleistungen des Zürcher Sicherheitsunternehmens im Grundangebot enthalten.

Guter Ruf der Schweiz ist geblieben

Die Schweiz hat sich laut einem Bericht von Economiesuisse und dem schweizerischen Verband der Telekommunikation in den vergangenen Jahren immer stärker zu einem Standort für Data-Center entwickelt. Sie profitiert dabei vom traditionell hohen Schutz der Privatsphäre. Dies bestätigt auch Tobias Christen von DSwiss. «Das Bankgeheimnis hat zwar in den vergangenen Jahren Schaden erlitten. Doch der gute Ruf der Schweiz als sicherer Hort ist geblieben», sagt er. So erhält Christen immer mehr Anfragen aus dem arabischen Raum. Aber auch aus Australien und Neuseeland erhält er viele Rückmeldungen. DSwiss überlegt sich zudem eine Expansion nach Asien. Tobias Christen: «Das Auslandgeschäft wird für uns immer wichtiger.»