Siemens-Jobabbau: Auswirkung auf Zuger Standort noch unklar

Im Rahmen der Aufspaltung wird Siemens weltweit mehr als 10000 Stellen streichen. In der in Zug domizilierten Sparte Smart Infrastructure werden weltweit 3000 Jobs gestrichen, aber gleichzeitig auch 6000 neu geschaffen. 

Maurizio Minetti
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Der Siemens-Sitz in Zug. (Bild: Werner Schelbert, 4. Juli 2018)

Der Siemens-Sitz in Zug. (Bild: Werner Schelbert, 4. Juli 2018)

Siemens hat diese Woche einen radikalen Umbau bekannt gegeben. Der deutsche Industriekonzern will die Energie-Sparte zusammen mit der Beteiligung am Windkraft-Konzern Siemens Gamesa im nächsten Jahr separat an die Börse bringen. Die Zweiteilung hat Folgen für die Mitarbeitenden: Sowohl im künftigen Kerngeschäft mit der Digitalisierung von Fabriken, Gebäuden und Städten als auch in der Energie-Sparte fallen mindestens 10400 Arbeitsplätze weg. Das Kraftwerksgeschäft, das abgespalten werden soll, ist in der Schweiz sehr klein. Von den insgesamt 5740 Schweizer Siemens-Angestellten sind weniger als zwei Dutzend in diesem Bereich tätig.

Betroffen vom Abbau im Kerngeschäft ist auch die Sparte Smart Infrastructure (SI), die ihren globalen Hauptsitz in Zug hat. Weltweit sind in diesem Bereich 70 000 Personen beschäftigt, 1700 davon in Zug. Insgesamt plant SI einen Abbau von 3000 Stellen weltweit. Gleichzeitig sollen in dieser Sparte bis 2023 rund 6000 Jobs geschaffen werden, so dass netto ein Plus von 3000 Jobs resultiert. Die neuen Jobs bei SI sollen vor allem in den Bereichen Service, Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb entstehen. «Insgesamt wollen wir durch beschleunigtes Wachstum und eine schlankere Aufstellung bis 2023 unsere Ergebnismarge auf 13 bis 15 Prozent steigern», erklärte SI-Chef Cedrik Neike.

Noch ist unklar, wie stark der Standort Zug vom Stellenabbau betroffen sein könnte. Ein Sprecher sagte, das Programm werde weltweit umgesetzt und erstrecke sich über einen längeren Zeitraum: «Welche Auswirkungen dies auf die Schweiz und im speziellen auf Zug hat, können wir derzeit nicht sagen», so der Sprecher. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte der neue Chef von Siemens Schweiz, Matthias E. Rebellius, Anfang April gesagt, er gehe nicht davon aus, dass sich die Zahl der Angestellten in Zug signifikant verändere.

SI-Chef Cedrik Neike sagte, man habe «verschiedene Möglichkeiten, rentabler zu werden.» Allein durch eine schlankere Verwaltung könne eine «beachtliche Produktivitätssteigerung erreicht» werden. «Ein weiterer Aspekt sind die 79 Fabriken, die SI weltweit unterhält. Durch Bündelung unserer Kapazitäten und Kooperationen werden wir die Kosten in den nächsten drei Jahren senken», so Neike.