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Innovationszentrum in Schachen: Siga setzt den nächsten Meilenstein

Vor knapp zwei Jahren erfolgte der Spatenstich. Am Donnerstag eröffnete Siga sein Innovationszentrum in Schachen.
Raphael Bühlmann
Bundesrat Guy Parmelin (dritter von links) und der Luzerner SVP-Nationalrat Franz Grüter (zweiter von links) liessen sich durch das Siga-Gebäude in Schachen führen. (Bild: Dominik Wunderli)

Bundesrat Guy Parmelin (dritter von links) und der Luzerner SVP-Nationalrat Franz Grüter (zweiter von links) liessen sich durch das Siga-Gebäude in Schachen führen. (Bild: Dominik Wunderli)

Zwar produziert Siga Klebebänder, die Gebäude vor Wind und Wetter schützen. Doch gegen die derzeitigen Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten muss sich auch das Unternehmen aus Ruswil warm anziehen. Denn der starke Franken verteuert nach wie vor die in der Schweiz produzierten, aber auf der ganzen Welt gefragten Isolationsklebebänder.

Nichtsdestotrotz scheint es gerade für die heutigen Firmeninhaber Reto und Marco Sieber bezeichnend, dass sie just an dem Tag ihr neues Innovationszentrum in Schachen eröffnen, an dem EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt an der Zinsschraube dreht. Und auch wenn die Währungsdifferenz wieder stärker auf die Margen drücken werde, sei Siga seit den Anfängen von der Innovationskraft getrieben gewesen. Diese haben dem Familienbetrieb stets das nötige Polster für Widrigkeiten und schlussendlich auch den Erfolg gesichert. Zu diesem Schluss kamen die Gebrüder Sieber am Donnerstag an der offiziellen Gebäudeeröffnung.

Verdoppelung der Produktion

Seit dem Jahr 1992 ist Siga in Schachen präsent. Der jetzige Ausbau sei dabei nicht nur ein Bekenntnis für diesen Standort, sondern für den ganzen Werkplatz Schweiz. Tatsächlich lässt sich die neue Produktionshalle sehen. 3000 Quadratmeter Produktionsfläche plus 2000 Quadratmeter zusätzliche Büro- und Laborfläche sowie 40 Arbeitsplätze im Bereich Forschung, Entwicklung, Produktmanagement, Engineering und Qualitätsmanagement bietet der Neubau.

30 Millionen Franken investiert Siga insgesamt in die Erweiterung. 16 Millionen für das neu eröffnete Innovationszentrum, 14 Millionen sollen in den nächsten fünf Jahren zusätzlich für neue Fertigungsanlagen aufgewendet werden. Damit verdoppelt der Spezialist für Wind- und Luftdichtegebäudehülle erneut seine Produktionskapazitäten. Ein Wachstum, das vor allem den beiden heutigen Inhabern und Brüdern Marco und Reto Sieber zuzuschreiben ist.

Reto Sieber hatte den elterlichen Betrieb einst wegen eines Spitalaufenthaltes seines Vaters interimistisch für 3 Monate geführt. «Ein Sprung ins eiskalte Wasser», wie sich Sieber erinnert. Man war Chef, Stapelfahrer, Ausbildungsleiter, Buchhalter oder Personalmanager zusammen. Dies zu einem Zeitpunkt, als sich das Unternehmen laut Sieber bereits verzettelt hatte. «Zu viele Produkte für zu viele Anwendungen», habe das damalige Fazit gelautet, mit dem Resultat, dass man entweder die Löhne der Mitarbeiter oder aber die Rechnung der Lieferanten bezahlte. «Beides war damals nicht möglich», so Sieber. Zusammen mit seinem Bruder Marco habe er eine Straffung der Produktion und der Produkte vorgenommen und so schliesslich die Kehrtwende geschafft. Heute ist Siga als Unternehmen international aufgestellt und beschäftigt 500 Mitarbeitende. Die Hälfte davon an den beiden Luzerner Standorten Ruswil und Schachen, die andere Hälfte verteilt auf 20 Länder.

Innovationen zunehmend von Konzernen getrieben

Eine Entwicklung, die offenbar weit über die Region Anerkennung findet. So zählte am Donnerstag auch Wirtschaftsminister Guy Parmelin zu den Gästen der Eröffnungsfeier. Der Bundesrat wollte mit seiner Aufwartung laut eigener Aussage auch auf die grosse Bedeutung der Innovationskraft von KMU aufmerksam machen. Zwar werde in der Schweiz mit 3 Prozent des BIP weltweit am drittmeisten in Forschung und Entwicklung investiert, und auch der Anteil von zwei Drittel, den private Unternehmen beisteuerten sei hoch. Doch sei ebenfalls festzustellen, dass die relevanten Projekte vor allem von Grosskonzernen vorangetrieben würden.

«Dabei ist es bei all der Vielfalt von Tourismus, Uhren-, Pharma- oder Maschinenindustrie vor allem die Innovationskraft, die alle Branchen in ihrem Wettbewerbsvorteil eint. Wir müssen den Innovationsgeist überall wach halten»

, so Parmelin.

Ein Geist, der bei der Eröffnung spürbar war. Nach den Referaten wurde den Gästen anhand von konkreten Beispielen vor Augen geführt, wie es Siga schafft, auf dem internationalen Markt am Ball zu bleiben. Dabei zeugten die präsentierten Projekte nicht minder von Kreativität und Professionalität wie der ganze Anlass selbst.

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