Sika-Chef geht: Ein Wechsel, der Chancen bietet

Ernst Meier zum Abgang von Jan Jenisch bei Sika.

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Ernst Meier

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Der Rücktritt von Sika-CEO Jan Jenisch kommt für die Öffentlichkeit und die 17'000 Mitarbeiter völlig überraschend. Der Chef, der die Belegschaft hinter sich versammelte und nie müde wurde, sich gegen die drohende Übernahme durch Saint-Gobain zu wehren, verlässt die Schicksalsgemeinschaft frühzeitig. Unschön.

Lafarge-Holcim unterbreitete Jenisch ein verlockendes Angebot: Statt knapp 4 Millionen soll er neu 8 Millionen Franken Jahreslohn erhalten. Der 50-Jährige konnte nicht widerstehen. Ausgerechnet Jenisch verhält sich wie ein Fussballtrainer und wechselt zum über vier Mal grösseren Zementkonzern.

Abhaken, nach vorne schauen – heisst die einzig richtige Devise für alle Parteien. Was zählt, ist die Fortführung der erfolgreichen Geschäftsstrategie bei Sika. Mit Paul Schuler rückt der erfahrendste Manager im Unternehmen an die Spitze. Der 61-Jährige war einst Lehrer und Förderer von Jenisch. Und wie langjährige Wegbegleiter sagen, legte Schuler stets Wert auf ein gutes Einvernehmen mit den Sika-Erben, während Jenisch ihnen nicht die nötige Wertschätzung entgegenbrachte.

Der CEO-Wechsel ist eine Chance zum Neuanfang für alle Beteiligten. Ein Feindbild der Sika-Erben ist weg, die Zeit für Gespräche nach zweieinhalb Jahren Zerstrittenheit wäre da. Und Jan Jenisch ist der Erfolg bei Lafarge-Holcim zu wünschen. Das kriselnde Unternehmen zählt übrigens zu den wichtigsten Kunden von Sika.