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Vertreter von Bill Gates soll in den Sika-Verwaltungsrat

An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 11. Juni soll Justin Howell von der Bill-Gates-Stiftung in den Verwaltungsrat gewählt werden. Eine weitere Erneuerung des Aufsichtsgremiums steht im Raum.
Sika will an der Generalversammlung vom 11. Juni zum «courant normal» zurückkehren. (Christian Beutler/Keystone)

Sika will an der Generalversammlung vom 11. Juni zum «courant normal» zurückkehren. (Christian Beutler/Keystone)

Sika will in rund drei Wochen einen endgültigen Schlussstrich unter die langjährige Auseinandersetzung mit der Eignerfamilie Burkard ziehen. Eine ausserordentliche Generalversammlung am 11. Juni soll die Einheitsnamenaktie einführen. Zudem wird der Verwaltungsrat umgebaut (wir berichteten). So soll ein Vertreter der Bill-Gates-Stiftung ins Aufsichtsgremium einziehen. Justin Howell wird an der ausserordentlichen Generalversammlung im Juni für das Amt nominiert, wie Sika am Donnerstag mitteilte.

Er soll einen der drei freigewordenen Sitze im Verwaltungsrat einnehmen. Denn mit der vor einer Woche erreichten Einigung im langjährigen Streit mit der Eignerfamilie Burkard sind die drei Familienvertreter aus dem Sika-Verwaltungsrat ausgeschieden. Urs Burkard, Jürgen Tinggren und Willi Leimer traten Ende letzter Woche mit unmittelbarer Wirkung aus dem Gremium zurück.

Weitere Wachablösungen

Eine dieser drei Vakanzen soll nun Howell füllen, der auch für den Nominierungs- und Vergütungsausschuss nominiert wird. Die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates ist seit vielen Jahren Sika-Aktionärin und hatte den Verwaltungsrat während der langjährigen Auseinandersetzung unterstützt.

Die sechs unabhängigen Sika-Verwaltungsräte sind derweil an Bord geblieben. Eine Erneuerung des Aufsichtsgremiums steht jedoch im Raum. «An der nächsten regulären Generalversammlung im Jahr 2019 wird es möglicherweise noch weitere Wachablösungen geben», erklärte ein Sika-Sprecher. Im prominent bestückten Sika-Verwaltungsrat sitzen heute etwa SBB-Präsidentin Monika Ribar und Daniel Sauter, Präsident der Bank Julius Bär. Weitere Mitglieder sind der emeritierte ETH-Professor Ulrich W. Suter, der ehemalige Nestlé-Manager Frits van Dijk sowie Christoph Tobler, Chef der Technologiegruppe Sefar und früher Leiter der Sika-Industriedivision.

Justin Howell, Sprecher der Bill-Gates-Stiftung, an einer Sika-Generalversammlung in der Waldmannhalle in Baar. (Bild Stefan Kaiser, 12. April 2016)

Justin Howell, Sprecher der Bill-Gates-Stiftung, an einer Sika-Generalversammlung in der Waldmannhalle in Baar. (Bild Stefan Kaiser, 12. April 2016)

Sika auf jeden Fall die Treue halten wird Verwaltungsratspräsident Paul Hälg, wie er mehrfach betonte. «Für mich fängt es jetzt erst richtig an», sagte er der «Schweiz am Wochenende». Neben der Einheitsnamenaktie mit einem Nennwert von je einem Rappen soll die ausserordentliche Aktionärsversammlung auch die 5-Prozent-Vinkulierung und das Opting-out abschaffen. Insbesondere diese beiden Regelungen in den Statuten von Sika hatten die Grundlage für die Auseinandersetzung um die Übernahme durch den französischen Konzern Saint-Gobain gebildet.

Bezahlung für Verwaltungsrat war blockiert

Die Sika-Aktionäre sollen ferner das nachholen, was seit drei Jahren konsequent verweigert wurde: die Entlastung des Verwaltungsrates und dessen Bezahlung. Das Aufsichtsgremium der Innerschweizer arbeitet seit 2015 zum Nulltarif. Zuletzt hatten Mitte April die Vertretung der Erbenfamilie Burkard, die Schenker-Winkler-Holding (SWH), an der ordentlichen Generalversammlung den Antrag auf Genehmigung der künftigen Vergütung für das Gremium abgeschmettert. Auch für die Vorjahre wurde nichts nachbezahlt. Dabei ging es um viel Geld: Beantragt hatte der Verwaltungsrat für 2015 bis 2017 eine rückwirkende Gesamtentschädigung von 8,64 Millionen Franken für die neun Mitglieder des Gremiums. Für das laufende Jahr sollte ein Maximalbetrag von 3 Millionen Franken gesprochen werden.

Der ausserordentlichen Generalversammlung wird nun die Vergütung des Aufsichtsgremiums für die Jahre 2015 bis 2019 zur Genehmigung vorgelegt. Wie viel der Verwaltungsrat erhalten soll, wird aus der ausführlichen Traktandenliste hervorgehen. Diese wird am Freitag publiziert.

Die Erbenfamilie Burkard und Sika hatten sich vor knapp einer Woche auf eine Einigung im jahrelangen Streit um den Verkauf der Mehrheitsrechte der Burkards an Saint-Gobain geeinigt. Saint-Gobain wird Aktionärin mit rund 11 Prozent Anteil, übernimmt aber nicht die Kontrolle bei Sika. Dafür werden die Franzosen finanziell entschädigt. Dazu übernimmt der Konzern die Schenker-Winkler-Holding von der Familie Burkard. Anschliessend verkauft Saint Gobain 6,97 Prozent der Sika-Aktien an Sika selbst. Saint-Gobain behält eine Beteiligung von 10,75 Prozent (indirekt über SWH) für mindestens zwei Jahre. (sda)

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