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Skyguide zieht es von Zürich nach Basel

Die Flugsicherung prüft eine Zusammenlegung mit Frankreich und Deutschland: Kaum auf dem Flugplatz Dübendorf angekommen, hegt die Flugsicherung Skyguide bereits wieder Umzugspläne. Mit Deutschland und Frankreich prüft man den Bau eines Kontrollzentrums bei Basel.

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Skyguide Flugzeug

Skyguide Flugzeug

Keystone

Oliver Steimann

Der wuchtige Gebäudekomplex in Wangen-Brüttisellen, den die Skyguide erst kürzlich bezogen hat, macht den Eindruck, als wäre er für die Ewigkeit gebaut. Über 90 Millionen Franken hat das moderne Kontrollzentrum gekostet, in welchem die zivile und die militärische Flugsicherung unter einem Dach zusammengeführt wurden. Die letzten Abteilungen sind erst vor wenigen Monaten von Kloten hierher umgezogen. Vielleicht müssen sie schon bald wieder ausziehen.

Wie die Skyguide gestern bekannt gab, prüft sie, ob die Überwachung des Schweizer Luftraums künftig nicht besser aus der Region Basel erfolgen sollte. Zusammen mit den Flugsicherheitsdiensten Deutschlands (DFS) und Frankreichs (DSNA) will man innert 12 Monaten abklären, ob der Betrieb eines gemeinsamen Kontrollzentrums im Dreiländereck machbar und sinnvoll wäre.

Sechs mögliche Optionen

Gemäss Skyguide-CEO Daniel Weder ist noch kein Entscheid gefallen. «Wie bereits 2008 angekündigt, prüfen wir insgesamt sechs Optionen für unsere Zukunft.» Für die weitere Entwicklung von Skyguide ist die Standortfrage von grösster Bedeutung. Heute betreibt man neben Wangen-Brüttisellen auch ein Kontrollzentrum in Genf. Diese Zweiteilung des ohnehin sehr kleinen Schweizer Luftraums ist aber nicht zukunftsträchtig.

Vielmehr soll künftig mit Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten ein gemeinsam überwachter Luftraumblock gebildet werden. Gemäss Weder hat Skyguide bereits drei Szenarien mit den bestehenden Standorten geprüft. Selbst die Möglichkeit einer kompletten Auslagerung der Flugverkehrsleistungen in einen Nachbarstaat sei untersucht worden.

«In einem Jahr werden wir alle sechs Szenarien miteinander vergleichen und den Entscheidungsprozess starten können.» Bis ein neues Kontrollzentrum im Dreiländereck bezugsbereit wäre, würden gemäss Skyguide-Sprecherin Maude Rivière mindestens zehn Jahre verstreichen. «Bis dahin wäre der Neubau in Wangen weitgehend amortisiert.»

Neubau wurde modernisiert

Rivière betont, dass die Kosten eines neuerlichen Umzugs noch nicht errechnet worden seien. Ebenso sei offen, wie viele Angestellte davon betroffen wären. Vom Neubau auf dem Dübendorfer Flugplatz, der sich im Eigenbesitz der Flugsicherungsfirma befindet, würde man sich aber trennen. Davon betroffen wäre auch die Schweizer Luftwaffe, die das bauliche Konzept damals mitentwickelt hat und heute Stockwerkeigentümerin ist.