Lohndumping
Slowaken: Hungerlohn auf Baustelle der Schweizer Post

Lohndumping bei Asbestarbeiten auf Baustelle der Post: Die Gewerkschaft Unia deckt einen Fall von Lohndumping auf der Grossbaustelle «Berner Schanzenpost» auf. 14 Slowaken arbeiten zu Dumpinglöhnen von fünf Euro die Stunde.

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Die Gewerkschaft Unia deckte heute Morgen einen krassen Fall von Lohndumping auf: Slowakische Arbeiter, die auf der Post-Baustelle «Schanzenpost in Bern» seit Mitte Juni Abbrucharbeiten und Asbestsanierungen durchführen, erhalten nach eigenen Angaben fünf Euro pro Stunde. Zudem wohnen sie direkt auf der Baustelle. Die Unia verlangt von der Schweizerischen Post als Bauherrin, dass sie für korrekte Löhne und Unterbringung der Arbeiter garantiert.

Aufgrund eines anonymen Hinweises hat die Gewerkschaft Unia heute Morgen auf der Grossbaustelle «Berner Schanzenpost» eine Baustellenkontrolle durchgeführt. Hier baut die Schweizerische Post für ein Auftagsvolumen von 240 Millionen ihre neue Berner Hauptpost sowie Bürogebäude.

Die Unia hat heute Morgen menschenunwürdige Bedingungen vorgefunden: Rund 14 Bauarbeiter aus der Slowakei führen seit Mitte Juni Abbrucharbeiten und Asbestsanierungen durch, verdienen nach eigenen Angaben fünf Euro pro Stunde und hausen auf der Baustelle. Sie sind im zweiten Untergeschoss in einem Luftschutzkeller untergebracht und sollen bis im nächsten April Bauarbeiten im Gebäude ausführen.

Die Gewerkschaft Unia verlangt von der Post: Sie muss die Verantwortung übernehmen, dass die Arbeitnehmer korrekt bezahlt und auch menschenwürdig untergebracht werden. Sie muss dafür sorgen, dass die deutsche Firma HOWE, welche die Arbeiten mit slowakischen Arbeitern ausführt, korrekte Anstellungsbedingungen garantiert. Der Mindestlohn für unqualifizierte Bauarbeiter beträgt 4393 Franken und für ausgebildete Maurer 5449 Franken. Ein Teil der Arbeitnehmer sind qualifizierte Bauarbeiter. Alle verdienen deutlich weniger als die Mindestlöhne. (ZVG/az)