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SMARTPHONES: Das iPhone-Land läuft zu Android über

Apples iPhone verliert in der Schweiz zum ersten Mal seine Spitzenposition. Das Betriebssystem Android hat zwar Apple überholt, doch der Vorsprung ist nicht gross. Apples nächste Schritte mit dem iPhone 8 sind entscheidend.
Federico Gagliano

Federico Gagliano

Seit dem Verkaufsstart des iPhones in der Schweiz vor zehn Jahren schien nichts an dessen Beliebtheit zu rütteln. «Die Schweiz ist ein iPhone-Land», hiess es Jahr für Jahr. Jedes zweite verkaufte Gerät kam von Apple. Jetzt ist damit Schluss. Laut einer Studie des Internet-Vergleichdienstes Comparis.ch sind Geräte mit dem Betriebssystem Android von Google zum ersten Mal in der Mehrheit.

Lag der Marktanteil des iPhones hierzulande 2016 noch bei 54 Prozent, sank er nun auf 41 Prozent. Android sprang dagegen von 42 Prozent im letzten Jahr auf aktuelle 55 Prozent. Genaue Angaben, welche Android-Geräte die Nase vorn haben, hat Comparis nicht veröffentlicht. Die Studie sei «repräsentativ für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz». Durchgeführt hat die Befragung das Marktforschungsinstitut Innofact.

Android ist weltweit auf dem Vormarsch

Laut der US-Marktforschungsfirma Gartner lässt sich der Trend nicht nur in der Schweiz feststellen. Googles Android-Betriebssystem habe die Verkäufe im ersten Quartal 2017 weltweit mit einem Markanteil von 86,1 Prozent dominiert. Apples Anteil mit iOS kam nur auf 13,7 Prozent.

Trennt man die Android-Geräte nach Anbietern auf, ist der Abstand viel kleiner. Nur Samsung bleibt mit 20,7 Prozent vor Apple, ist aber im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent zurückgefallen. Dafür wächst Huawei forsch weiter und rückt mit 9 Prozent Marktanteil auf den dritten Platz. Der chinesische Anbieter hat sich hohe Ziele gesteckt: Er will Apple überholen und zur weltweiten Nummer eins aufrücken. Doch weshalb sind die Apple-Jünger des iPhones überdrüssig geworden? Für Jean-Claude Frick, Digital-Experte von Comparis.ch und selbst bekennender Apple-Fan, ist vor allem die Innovationslethargie der Kalifornier schuld: «Ich gehe davon aus, dass der Stillstand beim Geräte-Design nicht unwesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen hat. Während im Android-Bereich randlose Displays sehr populär wurden, hat sich am Design des iPhones über Jahre kaum etwas verändert. Apple-Nutzer warten nach wie vor auf eine echte Designinnovation.» In der Tat hinkt Apple in Sachen Innovation seinem Konkurrenten Samsung nach. Besonders das «Infinity-Display», der randlose Bildschirm des südkoreanischen Anbieters, wird von iPhone-Nutzern neidisch beäugt.

Apple könnte aber bald nachziehen: Erste Bilder des iPhone 8 zeigen, dass das neue Modell erstmals einen randlosen Oled-Bildschirm unterstützt. Dieser verspricht schärfere und kontrastreichere Bilder. Das neue Apple-Gerät soll Gerüchten z­ufol­ge an einer Keynote am 12. September von Apple-Chef Tim Cook in Cupertino vorgestellt werden (siehe Kasten). Noch ist das Datum nicht offiziell bestätigt, typischerweise werden Einladungen rund eine Woche vor dem Anlass verschickt.

Schweiz bleibt Smartphone-Spitzenreiter

Die Schweiz mag kein iPhone-Land mehr sein, bleibt aber ein Smartphone-Land. Laut Comparis besitzen 93 Prozent aller Schweizer ein solches Gerät. In einem Bericht des Markforschungsinstituts Newzoo vom April lag die Zahl zwar tiefer (71,7 Prozent), die Schweiz liegt damit aber trotzdem noch auf Platz drei der Länder mit den meisten Smartphone-Usern, dicht gefolgt von Südkorea (71,5 Prozent). Nur USA (80,6 Prozent) und Schweden (72,2 Prozent) liegen vorne.

Die hiesige Bevölkerung wechselt häufig ihr Gerät: Fast die Hälfte der Nutzer kauft alle zwei Jahre ein neues Mobiltelefon. Der Rhythmus würde von den Telekom-Anbietern gesteuert, sagt Frick: «Weil die meisten Verträge 24 Monate laufen, hat sich deswegen ein Zweijahresrhythmus für die Beschaffung eines neuen Smartphones etabliert.»

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