So fordert man die Reduktion ein

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Mietrecht Wenn der Mietleitzins um ein Viertelprozent taucht, sinken die Mieten in der Regel um 2,91 Prozent. Bei einem Mietpreis von monatlich 2000 Franken macht die Senkung zum Beispiel 58.20 Franken aus. In einem Jahr summiert sich die Einsparung für den Mieter auf immerhin etwas mehr als 698 Franken (Zahlen in der Grafik gerundet).

Der hypothekarische Referenzzinssatz, so die vollständige Bezeichnung, ist für die Preisentwicklung bei bestehenden Mietverhältnissen (Bestandesmieten) massgebend. Es handelt sich um einen Durchschnittszinssatz, der aus den Hypothekarzinsen errechnet wird, welche die Vermieter an die Banken zu zahlen haben. Er wird alle drei Monate festgelegt und immer auf Viertelprozente gerundet.

Was müssen Mieter tun, um in den Genuss der Mietpreissenkung zu kommen? Ein grosser Teil der Vermieter gibt die fällige Preissenkung nicht von sich aus an die Mieter weiter. Der Schweizerische Mieterverband empfiehlt darum, als Erstes den eigenen Anspruch auf eine tiefere Miete zu prüfen. Denn manchmal haben die Immobilienbesitzer berechtigte Gründe, am bestehenden Preis festzuhalten. Etwa wenn die Betriebs- und Unterhaltskosten gestiegen sind, müssen auch die Mieter mithelfen, sie zu berappen.

Vermieter muss innert 30 Tagen antworten

Die Vermieter können auch einen Teil der Teuerung weiterverrechnen. Allerdings bewegt sich die Inflation schon seit mehreren Jahren um plus/minus null Prozent. Klar ist der Fall bei grösseren Renovationen und Umbauten: Für zusätzlichen Wohnkomfort (wertvermehrende Investitionen) zahlen die Mieter einen Aufpreis. Fällt dieser zeitlich mit einer Senkung des Referenzzinssatzes zusammen, werden die Preisauf- und -abschläge gegeneinander verrechnet.

Wenn nichts gegen die Mietpreissenkung spricht und der Vermieter nicht von sich aus weniger Mietzins in Aussicht stellt, können die Mieter selber aktiv werden und sie schriftlich einfordern. Standardbriefe finden sich auf der Webpage des Mieterverbandes. Die Referenzzinssenkung wird in der Regel mit dem nächsten Kündigungstermin wirksam, in den meisten Fällen ist das der 30. September 2017. Der Vermieter hat 30 Tage Zeit, auf den Brief zu antworten.

Lässt der Vermieter nichts von sich hören oder schickt einen negativen Bescheid, haben die Mieter 30 Tage Zeit, ein Senkungsgesuch bei einer Schlichtungsstelle in der Wohngemeinde einzureichen. Das Verfahren ist kostenlos. Für die meisten Streitfälle um den Referenzzinssatz finden sich dort Lösungen. (rr)