Detailhandel
So liess Aldi die Preise purzeln

Vor fünf Jahren hat der deutsche Discounter Aldi die ersten vier Filialen in der Schweiz eröffnet - und im hiesigen Detailhandel einiges in Bewegung gebracht.

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Keystone

Am 27. Oktober 2005, einem Donnerstag, halb neun Uhr morgens: Aldi öffnete nach rund eineinhalb Jahren Vorbereitung die Türen seiner ersten vier Schweizer Filialen.

Heute sind es deren 124, nur in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Neuenburg und Nidwalden gibt es keinen Aldi.

Doch der Discounter will noch weiter wachsen. Für den Ausbau - als Zwischenziel gelten 200 Filialen «baldmöglichst» - sucht der Discounter zusätzlich zu seiner 2000-köpfigen Belegschaft Personal. «Schreiben Sie mit uns Geschichte», schreibt Aldi Suisse auf seiner Internetseite.

Auch das Sortiment von Aldi ist in den letzten fünf Jahren stetig angestiegen: von 700 auf 1000 Produkte. Der Umsatz erreichte 2009 geschätzte 1,21 Milliarden Franken.

Der Kampf um den tiefsten Preis ist Alltag

Zudem hat Aldi in der Schweizer Detailhandel einiges in Bewegung gebracht. Der Werbe-Kampf um den tiefsten Preis ist längst Alltag. Gemäss einem Vergleich des Magazins «K-Tipp» haben die Marktleader Migros und Coop ihre Preise seit 2006 um 15 Prozent gesenkt - auf das Niveau des deutschen Discounters.

«Die Erwartungen sind eingetroffen», sagt Thomas Hochreutener, Direktor Handel beim Marktforschungsunternehmen GFK. Mit günstigeren Preisen durch Aldis Markteintritt konnte man rechnen. Dass Aldi überhaupt im Schweizer Markt sicher Tritt gefasst hat, ist indes nicht selbstverständlich. «Der Schweizer Markt ist hochkomplex», sagt Thomas Hochreutener.

Auch bei Aldi selbst ist man vom eigenen Erfolg überrascht. «Vor dem Markteintritt nahmen wir an, dass die Aldi Suisse im grenznahen Raum wohl bekannter und beliebter sei als beispielsweise im Herzen der Schweiz», sagt Sven Bradke, Sprecher von Aldi Suisse. Das habe sich aber schnell als Irrtum herausgestellt.

Einer von Aldis Erfolgsfaktoren: Die Deutschen haben sich «schweizerisch» gemacht. Bei Aldi Suisse gibt es darum Brot vom regionalen Bäcker, frische Produkte und besondere Schweizer Käsesorten. Im Verlaufe der fünf Jahre hat der Discounter seine Regale entsprechend den typisch schweizerischen Bedürfnissen umgeräumt: Inzwischen verkauft er auch Rösti, Birchermüesli und Chäschüechli.