Kapsel-Streit

So viel billiger ist die Nespresso-Kapsel der Migros

Dass Nestlé sich mit den Nespresso-Kapseln eine goldene Nase verdient, ist bekannt. Nach Coop drängt es nun auch Migros in den Markt. Auch die weitere Konkurrenz schläft nicht: Fust und Starbucks wollen ebenfalls auf den Nespresso-Zug aufspringen.

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Die Liebe geht bei Kaffee bekanntlich über den Geschmack. Der kann bei Nestlé-Kaffee mitunter ganz schön ins Geld gehen, sind die Kapseln doch recht teuer. Im Schnitt kosten Nespresso-Kapseln 50-57 Rappen. Die Migros bietet nun ihre Kapsel massiv günstiger an: Mit 38 Rappen pro Stück sind sie massiv billiger als das Original. Zu Beginn stehen den Nespresso-Trinkern bei Migros fünf verschiedene Sorten zur Auswahl.

Wie bei Denner sind sie aber voluminös verpackt: Die Migros-Kopie kommt ebenfalls nicht ohne Schutzhülle aus. «Wir sind auf einen Rechtsstreit vorbereitet», sagt Migros-Sprecherin Monika Weibel zu «20 Minuten Online». Die Kapselvariante der Migros verletze aber keine Patente oder Formmarken Nestlés.

Rechtsstreit vorprogrammiert?

«Die Kapselvariante der Migros, die auf einer eigenständigen technischen Lösung basiert, verletzt weder die Formmarke, noch die bestehenden Patente Nestlés», sagte Migros-Sprecherin Monika Weibel auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Während Migros bei ihrem neuen Portionenkaffee den Preis in den Vordergrund stellt, betont Fust in seiner Mitteilung die Exklusivität der italienischen Marke.

«Die Kapseln sind bereits in sechs europäischen Ländern auf dem Markt», sagte Unternehmensleiter Thomas Giger auf Anfrage der sda. Auch Fust sehe keine patentrechtlichen Verstösse.

In der Schweiz sind Denner, Media Markt und Saturn mit kompatiblen Kaffeekapseln ins Visier von Nestlé geraten. Bei Denner kann man die Produkte zumindest vorübergehend kaufen, bei den Elektronikketten steht ein Entscheid noch an. Das letzte Wort haben in allen Fällen jeweils die Gerichte.

Starbucks lanciert eigene Maschinen

Vom Siegeszug will nun auch Starbucks profitieren: Noch vor dem Weihnachtsgeschäft sollen Kaffeemaschinen für Einzelportionen und Kapseln mit Starbucks-Logo verkauft werden, berichtet die «Welt am Sonntag.»