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Lebensmittelhandel: Spar ist allmählich auf dem Weg nach oben

Die Arbeit der neuen Führung um Rob Philipson bei Spar Schweiz trägt erste Früchte in Form eines Semestergewinns. Doch die Rentabilität ist noch tief, und der Umsatzschwund hält an.
Thomas Griesser Kym
Spar Schweiz will Schritt für Schritt alle Supermärkte auf Vordermann bringen. (Bild: PD)

Spar Schweiz will Schritt für Schritt alle Supermärkte auf Vordermann bringen. (Bild: PD)

Trotz «eines herausfordernden Verkaufsumfelds» in «einem extrem schwierigen Markt» hat Spar Schweiz «signifikante Fortschritte» erzielt in der geschäftlichen Leistung. Das schreibt Spar Südafrika, die seit April 2016 die Muttergesellschaft des Schweizer Lebensmittelhändlers ist, im Zwischenbericht für die sechs Monate von Oktober 2017 bis März 2018, der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres. Zwar ist in der Berichtsperiode der Grosshandelsumsatz von Spar Schweiz im Vorjahresvergleich um 7,4 Prozent von 5,2 auf 4,8 Milliarden Rand gefallen. Weil aber der südafrikanische Rand in der Zwischenzeit an Wert zugelegt hat, ist der Umsatz in Franken gerechnet weniger stark gesunken, um 5,3 Prozent auf 365 Millionen Franken – was Spar-Südafrika-Finanzchef Mark Godfrey gleichwohl als «enttäuschend» taxiert.

Ein Teil des Minus ist laut dem Unternehmen auf den strategischen Entscheid zurückzuführen, fünf unprofitable Spar-Läden, die von Spar Schweiz direkt geführt wurden, zu schliessen oder zu verkaufen. Dies habe sich wiederum positiv ausgewirkt auf die Rentabilität des Gesamtgeschäfts. Dabei habe das Kerngeschäft von Spar Schweiz die Rentabilität weiter verbessert.

Frankenabschwächung reicht nicht

Das Kerngeschäft ist der Grosshandel. Dessen Umsatz teilt sich zu 60 Prozent in die Belieferung von 289 Detailhandelsläden und zu 40 Prozent in den Abholgrosshandel unter der Marke TopCC. Bei TopCC kaufen vor allem Grossverbraucher ein, beispielsweise Restaurants, Hotels, Kantinen, Heime usw. Zum Detailhandelsnetzwerk zählen 185 Spar-Supermärkte und Spar-Express-Läden sowie gut 100 Maxi-Läden und weitere Detaillisten. Von den 289 belieferten Läden werden noch 40 (im Vorjahr 48) Spar-Läden in Eigenregie geführt. Die übrigen 249 Geschäfte werden von Spar-Franchisenehmern respektive von unabhängigen Detaillisten auf eigene Rechnung bewirtschaftet. Gemessen am Umsatz, ist Spar Schweiz die 15.-grösste Spar-Länderorganisation der Welt. Spar Südafrika ist global die Nummer zwei. In Vollzeitstellen berechnet, beschäftigt die Schweizer Spar-Gruppe gut 2000 Mitarbeitende.

Zu den Widrigkeiten, die den Schweizer Lebensmittelmarkt belasten, zählt Spar das relativ schwache Wirtschaftswachstum und die rückläufigen Umsätze des Detailhandels generell. Zwar habe sich der Franken zum Euro etwas abgeschwächt, aber dies in einem unzureichenden Masse, um die Attraktivität des Einkaufstourismus zu drosseln. Geholfen hat dagegen, dass Ostern dieses Jahr um die Monatswende März-April stattfand und damit zwei Wochen früher als vergangenes Jahr, was dem Umsatz in der heurigen Berichtsperiode an deren Ende einen Schub gegeben hat. Positive erste Erfahrungen, auch verkaufsmässig, habe man mit der neuen Kundenbindungskarte gesammelt. Im Weiteren hat Spar Schweiz auch sechs neue Läden eröffnet, und kürzlich ist die Convenience-Linie «Fresh to go» mit gut 60 konsumfertigen Produkten lanciert worden.

Den Verlust in einen Gewinn gedreht

Der Abholgrosshandel mit 11 TopCC-Läden meldet eine leichte Umsatzerholung dank diverser Marketingprogramme. Eine gegenteilige Wirkung entfalte das rückläufige Schweizer Gastgewerbe. Momentan wird geprüft, die TopCC weiter auf­zupeppen mit einem stärken Akzent auf absatzstarken Alkoholika, auf Fleisch und Wurstwaren sowie auf Frischprodukten.

Trotz des rückläufigen Gesamtumsatzes sei es Spar Schweiz gelungen, die Margen zu verbessern und Kosten zu reduzieren. Für die Berichtsperiode weist Spar Schweiz einen Gewinn vor Steuern von umgerechnet gut 3,6 Millionen Franken aus nach einem Vorsteuerverlust in der Vorjahresperiode von 3 Millionen. Der Betriebsgewinn von 3,5 Millionen entspricht einer operativen Marge von relativ schmalen knapp 1 Prozent des Umsatzes. Unter dem Strich steht ein Reingewinn von 3,15 Millionen.

Es bleibt noch einiges zu tun

Im Kommentar zum Zwischenbericht schreiben die Lenker von Spar Südafrika, Verwaltungsratspräsident Mike Hankinson und Konzernchef Graham O’Connor, das Schweizer Geschäft werde seinen Fokus auf den strategischen Initiativen behalten, um die Leistung zu verbessern. «Das Management anerkennt, dass die Realisierung dieser Pläne Zeit benötigen wird, aber erste Zeichen deuten auf einen positiven Wandel hin.» Konkret heisst das, Spar will das laufende Programm zur Modernisierung der Läden zu «New Generation Stores» vorantreiben, weiter in die Technologie und in die Logistik investieren, das Verkaufsnetz punktuell ausbauen sowie den Umsatz stabilisieren und die Rentabilität weiter steigern.

Die Zahl der selber geführten Spar-Läden dürfte weiter abnehmen. So sagte Ende 2017 Spar-Schweiz-Chef Rob Philipson: «Wir brauchen nicht fünfzig ei­gene Läden, um Erfahrungen an der Verkaufsfront zu sammeln. Zehn, über die ganze Deutschschweiz verteilt, reichen.»

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