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SPARBILLETTE: SBB machen leere Versprechen

Die Suche nach den günstigen Angeboten der SBB ist kundenunfreundlich, sagt der Konsumentenschutz. Nun wollen die SBB ihr Buchungssystem bis 2016 komplett überarbeiten.
Bernard Marks
Die SBB bieten auch auf internationalen Strecken Schnäppchen-Billette an. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Die SBB bieten auch auf internationalen Strecken Schnäppchen-Billette an. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Bernard Marks

Die Sparbillette der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) sind derzeit gefragt wie noch nie. «Bis Ende Dezember 2014 lag der durchschnittliche Verkauf pro Tag bei 600 Sparbilletten, in diesem Jahr sind es im Schnitt 2000 pro Tag», sagt SBB-Sprecherin Lea Meyer auf Anfrage. Ein Grossteil davon seien Buchungen von Neukunden. Doch trotz der grossen Nachfrage ist es nicht einfach, an die begehrten Tickets zu kommen – vor allem im Internet erntet die Servicequalität der SBB in diesem Bereich harsche Kritik vom Schweizer Konsumentenschutz.

Kundenunfreundliche App

Sparbillette, mit denen der Reisende auf vielen Schweizer ÖV-Strecken bis zu 50 Prozent Rabatt erhält, sollten eigentlich im Internet und seit neustem auch über die App «SBB Mobile» erhältlich sein. Dank der neuen Version der App komme man rascher zu einem Sparbillett: Das versprachen die SBB vor kurzem. Die Stiftung für Konsumentenschutz SKS wollte es genauer wissen und machte eine Stichprobe.

«Dabei stellten wir fest, dass die internationalen Angebote auf der App nach wie vor nicht auffindbar sind», sagt Sara Stalder von der SKS. Wer sich online auf die Suche nach Sparangeboten der SBB mache, setze sich angesichts des unübersichtlichen und verwirrenden Angebots einer Gedulds- und Nervenprobe aus, so Stalder. Auf der App seien internationale Billette gar nicht verfügbar. «Bei internationalen Sparbilletten findet man den günstigsten Preis, mit dem die SBB werben, so gut wie nie», sagt Stalder weiter.

Die Suche nach den günstigen Angeboten sei nach wie vor sehr kundenunfreundlich und aufwendig. Obwohl der Preis des Sparbilletts bei der Verbindung inzwischen angezeigt wird, fehle eine Übersicht, wie dies beispielsweise beim Buchen eines Fluges gang und gäbe sei.

So viele Buchungen wie lange nicht

«Wir arbeiten momentan daran, die Verkaufsplattformen zu vereinfachen», sagte Meyer dazu. Sie macht keinen Hehl daraus, dass das Buchungssystem der SBB im Internet derzeit nicht optimal funktioniere. «Vor allem bei internationalen Verbindungen können unsere Kunden derzeit noch nicht preisbezogen buchen», erklärt Meyer weiter. Es sei zudem sowohl auf der App als auch auf der herkömmlichen Internetseite schwierig, zu gewissen Angeboten zu gelangen. Deshalb soll das Buchungssystem der SBB grundlegend überarbeitet werden, verspricht Meyer.

Die SBB befinden sich auf internationalen Strecken in einem harten Konkurrenzkampf: Billige Flüge und das zunehmende, ebenso günstige Angebot an Fernbussen machen den SBB zu schaffen. «Umso wichtiger ist es, dass die Konsumentinnen und Konsumenten die günstigen Angebote, welche die SBB regelmässig bewerben, problemlos finden und buchen können», meint Konsumentenschützerin Stalder. Doch bei den SBB sieht man das offenbar gelassen. «Bis 2016 soll das Buchungssystem funktionieren. Bis dahin bitten die SBB ihre Kunden noch um etwas Geduld», sagt SBB-Sprecherin Meyer.

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