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SPIELWAREN: Stokys schraubt an seiner Zukunft

Die Luzerner Traditionsfirma stand vor dem Aus – dank Crowdfunding schlägt sie nun aber ein neues Kapitel auf. Stokys wagt den Schritt in das digitale Zeitalter – und setzt auch nach der Kampagne voll auf seine Fans.
Federico Gagliano
Stokys-Chef Beat Schaufelberger mit einem Flugzeugmodell aus Stokys-Metallteilen. (Bild: Nadia Schärli (Bauma, 19. April 2017))

Stokys-Chef Beat Schaufelberger mit einem Flugzeugmodell aus Stokys-Metallteilen. (Bild: Nadia Schärli (Bauma, 19. April 2017))

Federico Gagliano

federico.gagliano@luzernerzeitung.ch

«Wir sind extrem begeistert», freut sich Stokys-Chef Beat Schaufelberger. Zu Recht: Innerhalb von nur 15 Tagen hat die <strong>Stokys-Crowdfundingkampagne</strong> ihr Ziel von 94 000 Franken erreicht. «Es zeigt, dass es nach wie vor ein Bedürfnis gibt, Stokys zu erhalten», so Schaufelberger. Bis zum Kampagnenende am 19. April kamen dank rund 600 Unterstützern insgesamt 127 251 Franken zusammen. Schaufelberger erklärt den Erfolg so: «Wir haben es geschafft, den Nostalgiefaktor hervorzuheben, aber auch Begeisterung für das neue Projekt zu wecken.»

Stokys gibt es schon seit 75 Jahren. Die Metallbaukasten entstanden 1941 in Luzern, als der Zweite Weltkrieg die Beschaffung von Spielwaren erschwerte. Inzwischen ist die Firma ein Passionsprojekt: Mit Sitz in Bauma im Kanton Zürich wird Stokys von vier Personen vorwiegend ehrenamtlich betrieben. Für den Nischenhersteller hat sich das Bestehen im Massenmarkt in den letzten Jahren immer schwieriger gestaltet – Gewinn bringt das Geschäft nicht mehr.

Schaufelberger selbst ist seit rund drei Jahren bei Stokys. «Ich habe schnell gemerkt, wie beliebt das Produkt ist. Das Geschäftsmodell ist aber heute eine Herausforderung, einerseits wegen der Produktion in der Schweiz, an der wir festhalten wollen, andererseits, weil die Stokys-Modelle so haltbar sind. Viele Kunden brauchen noch ihre Sets, die vor 20 Jahren oder mehr gekauft wurden.» Deshalb sei die Idee entstanden, den Nutzen der Baukästen vor den Verkauf zu stellen. Das soll durch eine Onlineplattform geschehen. Auf der Plattform sollen sich die Stokys-Fans über ihre Modelle und Ideen austauschen.

Schaufelberger nennt einige Beispiele: Manche drucken beispielsweise Zusatzteile via 3D-Drucker – deren Vorlagen könne man dann anderen anbieten. Oder Lehrer, die Stokys im Unterricht nutzen, können dort ihre Lektionen austauschen. Die Vielfalt von Stockys 2.0 soll auf dieser zentralen Plattform aufblühen, jeder Fan soll seine Nische haben. Verschiedene Serviceangebote wie der kostenlose Ersatz von Verbrauchsgegenständen sollen auch Teil des Onlineangebots werden. Die Seite befindet sich noch in der Planungsphase und soll voraussichtlich im Herbst online gehen.

Dank Jubiläumsfeier zum Erfolg

Die Idee zur Sammelaktion sei Mitte letztes Jahr entstanden. Zunächst wollte man an Weihnachten damit starten, das sei aber zu kurzfristig gewesen. Stattdessen habe man auf Facebook eine Community aufgebaut. Ein Wendepunkt sei die Jubiläumsausstellung am Technorama Winterthur im März gewesen. Dort habe man die Fans erreicht, die weder So­cial Media noch Crowdfunding kannten. «Der Push nach der Ausstellung war eindeutig», so Schaufelberger. Das Geld wird aber nicht nur in die Digitalisierung von Stokys fliessen, sondern auch in eine neue, moderne Verpackung investiert. Statt der alten Version, die seit Jahren unverändert geblieben ist, sollen die neuen Sets in einem geordneten Werkzeugkasten daherkommen.

Auch die Freiwilligenarbeit soll entlohnt werden. Nebenbei plant das Stokys-Team, die Produktion in eine soziale Institution auszulagern. Gespräche dazu seien bereits mit verschiedenen Schweizer Organisationen am Laufen.

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