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SPIELWAREN: Weihnachten wird günstiger

Schweizer wollen in diesem Jahr weniger Geld für Geschenke ausgeben. Der Detailhandel lockt deshalb mit hohen Rabatten – besonders bei Kinderspielzeug. Doch nicht immer heisst reduziert günstig.
Bernard Marks
Wie hoch der Rabatt für das Geschenk war, spielt den Kindern schliesslich keine Rolle; Hauptsache, es stand ganz oben auf der Wunschliste. (Bild: Getty)

Wie hoch der Rabatt für das Geschenk war, spielt den Kindern schliesslich keine Rolle; Hauptsache, es stand ganz oben auf der Wunschliste. (Bild: Getty)

Die Rabattschlacht bei Spielzeugen ist im vollen Gang. Die grossen Detailhändler wie Migros und Coop haben in den letzten Wochen Preisnachlässe von 30 Prozent auf ihr Spielzeugsortiment gegeben. Das brachte die Kunden in die Läden. «Wir sind mit den Spielwaren-Abverkäufen während der letzten 30-Prozent-Aktion sehr zufrieden», sagt Migros-Sprecherin Monika Weibel auf Anfrage. Auch Manor hatte kürzlich die US-amerikanische Tradition des «Black Friday» eingeführt, an dem mit Rabatten nicht gegeizt wird. Damit hielt der wichtigste Shopping-Event des Jahres in den USA auch hierzulande Einzug.

Vermeintliche Angebote

«Aktionen und Preisnachlässe haben sich eingebürgert», sagt Silvan Wipfli, Chef bei der Hasbro Schweiz AG mit Sitz in Luzern. Wipfli muss es wissen, schliesslich leitet er den Landesvertrieb des weltweit tätigen Konzerns, der sich der Herstellung von Spielwaren verschrieben hat. In der Schweiz ist Hasbro die Nummer 3 hinter Lego und Mattel (siehe Box). «Viele Rabatte werden aber auf ausgesuchte Produkte gewährt, um die Kunden in die Läden zu locken», sagt Wipfli weiter. In der Tat zeigt ein Vergleich von Angeboten unterschiedlicher Händler, dass Spielzeugpreise oft näher beieinander liegen, als es die Detailhändler glauben machen wollen – trotz angepriesener Rabatte.

Das zeigt ein Vergleich zwischen Produkten der Migros und Toys ’R’ Us: Der Mercedes Benz von Lego Technik kostete zum Beispiel bei der Migros normal 179 Franken, Toys ’R’ Us bieten dasselbe Modell mit Rabatten für 189.90 statt 229.95 Franken an. Das Hardlake Hotel von Lego Friends kostet bei der Migros ohne Aktion 119 Franken. Toys ’R’ Us verlangt dafür mit angekündigten Rabatten 119.90 statt 149.95 Franken. Der Spielroboter kostet bei der Migros schon im Normalpreis nur 139 Franken. Toys ’R’ Us bietet diesen für 169.90 statt 199.95 Franken an.

Migros bei Spielsachen Nummer 1

Der Spielemarkt der Schweiz ist hart umkämpft. Nach Angaben des Marktforschungsinstitutes GfK mit Sitz in Hergiswil erwirtschaften Schweizer Detailhändler zusammen 450 Millionen Franken pro Jahr nur mit dem Verkauf von Spielsachen – und das ohne Videospiele und die dazugehörige Hart- und Software. Zusammen sind es rund 700 Millionen Franken.

Der Vertrieb von Spielwaren ist hierzulande fest in den Händen der Detailhändlerin Migros und von Manor mit einem geschätzten Marktanteil von 25 Prozent. Coop folgt auf Platz drei mit 10 Prozent. Bei den Fachhändlern hat laut GfK die US-Firma Toys ’R’ Us 2014 mit einem Umsatz von 95 Millionen Franken das zur französischen Ludendo-Gruppe gehörende Traditionshaus Franz Carl Weber überholt (58 Millionen Franken).

Online-Handel weniger beliebt

Der Spielwarenmarkt hat sich in diesem Jahr mit einem Plus von 3 Prozent zum Vorjahr gut entwickelt. Denn verglichen mit dem übrigen Detailhandel sticht dieses Ergebnis positiv heraus. «Umsatzmässig droht das jetzige Plus aber zu schmelzen, da die zahlreichen Preissenkungen infolge der Aufhebung des Mindestkurses zum Euro erst gegen Ende des Jahres richtig greifen dürften», sagt Kurt Meister von der GfK. Hinzu komme laut Meister, dass im letzten Jahr das Weihnachtsgeschäft sehr gut war und heuer nur schwer zu toppen sein werde. Umfragen bestätigen zudem, dass sich Konsumenten in diesem Jahr bei Ausgaben für Weihnachten 2015 etwas zurückhaltender zeigen wollen. Insbesondere für Weihnachtsgeschenke wollen Schweizer weniger tief in die Taschen greifen als noch 2014. Dabei bevorzugen sie den Einkauf vor Ort, wie aus einer aktuellen Studie von Ernst-&-Young-Studie hervorgeht. Insgesamt budgetieren die Befragten Geschenkkäufe für durchschnittlich 275 Franken (siehe Grafik). Das sind 5 Prozent weniger als im letzten Jahr.

Lediglich die Hälfte der Befragten budgetieren Weihnachtsausgaben von mehr als 200 Franken. Jeder Vierte will sogar nur maximal 100 Franken ausgeben. Besondere Vorfreude auf Weihnachten 2015 dürften Fachgeschäfte haben, die ihre Marktposition ausbauen. Hier werde durchschnittlich für 133 Franken eingekauft, 2014 waren es 114 Franken gewesen. In Warenhäusern und Einkaufszentren werden 29 Prozent des Budgets ausgegeben und damit gleich viel wie im Vorjahr. Der Online-Handel verliert dagegen an Beliebtheit und bringt es laut Studie noch auf einen Marktanteil von 12 Prozent. Im Jahr 2014 waren es noch 17 Prozent gewesen.

Monopoly World für die Familie

Im Trend liegen in diesem Jahr interaktive Spielsachen wie beispielsweise das magische Einhorn Star Lily, welches mit Geräuschen und Bewegungen auf seineBesitzerin reagiert. «Auch Monopoly World wird sehr stark nachgefragt dieses Jahr», sagt Silvan Wipfli. «Einer besonders grossen Fangemeinde erfreuen sich die Tiptoi-Bücher mit Stift von Ravensburger», so Elle Steinbrecher von Manor. Zudem seien Lego-Mindstorms ein grosses Thema. Coop vermeldet neben den Dauerbrennern Lego und Playmobil ebenfalls einen Trend bei den Spiel­sachen zu den Kinofilmen «Frozen» und «Star Wars».

Bernard Marks

Lego verweist Mattel auf Rang 2

Firmen sda. Lego reitet auf einer Erfolgswelle. Der dänische Spielwarenkonzern erzielte 2014 mit 1,86 Milliarden Dollar einen leicht höheren Umsatz als Konkurrent Mattel 1,84 Milliarden, der bisher weltweit der grösste Spielzeugkonzern war. Der Absatz der Plastikbausteine aus Dänemark läuft weltweit so gut, dass Lego dieses Jahr vor Weihnachten sogar in Bedrängnis gerät. Weil die Fabriken nicht mit der Produktion der Plastiksteinchen hinterherkommen, könnten manche Kinderwünsche nach Bau-Sets unerfüllt bleiben. Bereits bestellte Ware könne Lego den Geschäften noch vor Weihnachten liefern, sagte ein Unternehmenssprecher. «Obwohl wir alles tun, was wir können, (...) werden wir aber nicht alle Produkte ausliefern können, die der Handel in mehreren europäischen Ländern darüber hinaus für 2015 nachfragt.» Um welche Sets es sich handelt und wo Lego unter dem Weihnachtsbaum fehlen wird, sagte er nicht. Leere Regale werde es aber nicht geben.

Bild: Quelle: Umfrage Ernst & Young, Statista / Grafik: Lea Siegwart

Bild: Quelle: Umfrage Ernst & Young, Statista / Grafik: Lea Siegwart

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