Gesundheitskosten

Spitalfinanzierung aus einer Hand braucht Zeit

Bis die Schweiz die Finanzierung von stationären und ambulanten Behandlungen aus einer Hand einführt, braucht es noch viele Vorarbeiten und damit viel Zeit. Zu diesem Schluss kommt die Regierung in einem am Montag veröffentlichten Bericht zuhanden des Parlaments.

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Bis zur Umstellung auf eine monistische Finanzierung braucht es noch Zeit (Symbolbild)

Bis zur Umstellung auf eine monistische Finanzierung braucht es noch Zeit (Symbolbild)

Keystone

Der Übergang zu einer einheitlichen Finanzierung der stationären und ambulanten Behandlungen sei längerfristig anzustreben, schreibt der Bundesrat im Fazit des Berichts. Unabhängig vom Ansatz für den Wechsel zu einer sogenannt monistischen Spitalfinanzierung führe eine solche Reform zu grösseren Systemumstellungen.

Es brauche eine Grundsatzdiskussion, welche auch eine neue Überprüfung der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen beinhalte.

Erklärtes Ziel der Reform ist es, dass die Kosten für stationäre und ambulante Behandlungen künftig ausschliesslich über die obligatorische Krankenversicherung finanziert werden sollen. Die rund 8 Milliarden Franken Subventionen sollen wegfallen, welche die Kantone den Spitälern für den stationären Betrieb heute gewähren.

Zurzeit werden ambulante Behandlungen gemäss TARMED vergütet. Berücksichtigt sind dabei auch die Investitionskosten. Stationäre Behandlungen werden dagegen zu mindestens 50 Prozent vom Kanton getragen, ohne dass dabei die Investionskosten berücksichtigt werden. Diese subventionsbedingte Kostenverzerrung könne die Wahl der Therapieform beeinflussen, heisst es im Bericht.

Der Bundesrat ist wie die Mehrheit des Parlaments der Meinung, dass durch die kantonale Subventionierung des stationären Bereichs der Wettbewerb beeinträchtigt wird und so die Gefahr besteht, dass eine teurere stationäre Behandlung verordnet wird, obwohl eine kostengünstigere ambulante Behandlung ausreichen würde. Kritiker sehen in dem Monismus derweil eine unerwünschte weitere Stärkung der Krankenversicherer.

Der Bundesrat macht in dem letzten Freitag verabschiedeten Bericht deutlich, dass das Geld, welches die Kantone in ihre Spitäler stecken, auch weiterhin im Gesundheitssystem bleiben soll. Die verschiedenen - auch kombinierbaren - Modelle, die im Bericht diskutiert werden, unterscheiden sich vor allem in der Frage, wie die Kantonsgelder dem System wieder zugeführt werden sollen.