SPORT: Alpiq steigt als Ski-Sponsor aus

Der Energiekonzern hat keine Lust mehr auf Lara Gut, Dario Cologna und Co. Für Swiss-Ski ist der Ausstieg von Alpiq ein herber Verlust. Es droht ein finanzielles Problem.

Bernard Marks
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Lara Gut und ihre Teamkameraden werden nur noch eine Saison mit dem Alpiq-Logo auf dem Dress die Hänge runterfahren. (Bild: AP/Marco Trovati)

Lara Gut und ihre Teamkameraden werden nur noch eine Saison mit dem Alpiq-Logo auf dem Dress die Hänge runterfahren. (Bild: AP/Marco Trovati)

Vor zwei Jahren stieg der grösste Schweizer Energiekonzern Axpo als Hauptsponsor der Super League aus. Raiffeisen folgte bei der Schweizer Fussballmeisterschaft als Geld- und Namensgeber. Nun hat auch Alpiq einen Rückzug aus dem Sport-Sponsoring beschlossen. «Wir haben uns entschieden, die Sponsoring-Partnerschaft mit dem schweizerischen Wintersportverband Swiss-Ski nicht zu verlängern», antwortete gestern Adrienne Develey, Alpiq-Kommunikationschefin, auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung.

Auch beim Schweizer Skiverband bestätigt man das bevorstehende Ende der Zusammenarbeit. «Alpiq wird den Vertrag mit Swiss-Ski nicht verlängern, erfüllt aber bis zum kommenden Frühling, das heisst über die gesamte vereinbarte Vertragsdauer, sämtliche Verpflichtungen», sagte Stefan Hofmänner, Swiss-Ski-Medienchef. Es handle sich also nicht um einen Ausstieg, sondern um ein Nicht-Verlängern des Vertrags.

Swiss-Ski sucht Nachfolge

Alpiq ist neben Swisscom (Hauptsponsor), Helvetia und Raiffeisen einer der Verbandssponsoren. «Swiss-Ski ist sehr dankbar dafür, dass Alpiq, wie auch die anderen Verbandssponsoren, über die letzten Jahre ein so grosses Engagement eingegangen ist», sagte Stefan Hofmänner weiter. Gleichzeitig bedeute das Vertragsende mit Alpiq für den Schweizer Skiverband auch, dass ab übernächster Saison ein namhafter Betrag fehlen würde, wenn kein neuer Sponsor gefunden werden sollte. Dem Verband drohen dadurch Sparmassnahmen oder ein finanzielles Problem.

Stromkonzerne müssen sparen

Warum Alpiq aus dem Skisport aussteigt, bleibt allerdings unklar. Das Umfeld für das Unternehmen habe sich massgebend geändert, sagte Adrienne Develey dazu. Weitere Informationen gibt es von Seiten der Alpiq nicht. Klar ist, die Schweizer Stromkonzerne müssen vermehrt sparen. Die Liberalisierung der Märkte, der tiefe Euro und fallende Strompreise machen den Unternehmen zu schaffen. BKW, Axpo und Alpiq leiden unter der Marktsituation (siehe auch Box). Das zeigt sich in den Jahresabschlüssen. So ist der Gewinn von Alpiq im ersten Halbjahr gegenüber der Vorjahresperiode um 82 Prozent auf 21 Millionen Franken eingebrochen. Bei Alpiq wird nun der Rotstift angesetzt. Dabei will man auch die Schulden senken. «Die Nettoverschuldung müssen wir weiter reduzieren», sagte Alpiq-Konzernchefin Jasmin Staiblin im August.

Beim Verband Swiss-Ski zeigte man sich gestern trotz der Negativmeldung zuversichtlich. «Die Marketingabteilung ist in intensiven Gesprächen mit möglichen neuen Sponsoren, und wir sind sehr zuversichtlich, dass rechtzeitig auf das Ende der Vertragsdauer mit Alpiq ein neuer, grosser Partner gefunden werden kann», sagte Swiss-Ski-Medienchef Stefan Hofmänner gestern. Die kommende Saison wird das Alpiq-Logo noch auf dem Skidress zu sehen sein.