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Rüstzeug für weiteres Wachstum und schärfere Regulierung: St.Galler Kantonalbank erhöht das Kapital

In absehbarer Zeit will die St.Galler Kantonalbank neue Aktien ausgeben und diese ihren Publikumsaktionären zum Kauf anbieten. Das soll unter anderem weiteres Wachstum absichern.
Thomas Griesser Kym
Ein bisschen Spass muss sein: Thomas Gutzwiller, Verwaltungsratspräsident der St.Galler Kantonalbank. (Bild: Ralph Ribi (St.Gallen, 24. April 2019))

Ein bisschen Spass muss sein: Thomas Gutzwiller, Verwaltungsratspräsident der St.Galler Kantonalbank. (Bild: Ralph Ribi (St.Gallen, 24. April 2019))

«Ich bin in zwei schrecklichen Berufsgattungen tätig: einerseits Banker, andererseits Uniprofessor.» Mit dieser Selbstqualifizierung hatte Thomas Gutzwiller, Verwaltungsratspräsident der St.Galler Kantonalbank (SGKB), an deren Generalversammlung ebenso die Lacher auf seiner Seite wie der aktivistische Kleinaktionär Willi Tschopp aus Effretikon mit zwei Wortmeldungen.

Abgesehen davon ging es ernst zu und her. So stimmten die Aktionäre der Schaffung von genehmigtem Kapital zu. Damit ermächtigen sie den Verwaltungsrat, das Aktienkapital der SGKB um höchstens 89,4 Millionen Franken auf maximal 479,5 Millionen Franken zu erhöhen. Dies einerseits durch die Ausgabe von maximal 420240 neuen Aktien und andererseits eine anschliessende Erhöhung des Nennwerts aller Aktien von 70 auf 80 Franken pro Stück.

Der Verwaltungsrat ist dazu bis 24. April 2021 ermächtigt, also während zweier Jahre. Gutz­willer sagt aber:

«Gute Marktverhältnisse vorausgesetzt, planen wie die Kapitalerhöhung in den nächsten ein bis zwei Monaten durchzuführen.»

Derzeit präsentiert sich das Umfeld an den Börsen nach dem Taucher im Dezember wieder freundlich.

Der Kanton wird noch 51 Prozent kontrollieren

Drei wesentliche Gründe bewegen den Verwaltungsrat zur Kapitalerhöhung: Erstens wächst die Bank. Sie hat in den vergangenen fünf Jahren ihr Geschäftsvolumen um 14 Prozent gesteigert, wie Bankchef Roland Ledergerber sagt. Dieses Wachstum muss mit Eigenmitteln unterlegt sein, und die SGKB will sich mittels einer weiter gestärkten Eigen­mittelbasis strategischen Handlungsspielraum sichern für weiteres Wachstum.

Zweitens wird die Regulierung laut Gutzwiller «immer strenger», was die Anforderungen an die Eigenmittelausstattung erhöht. Drittens nimmt dank der Kapitalerhöhung der Streubesitz (free float) zu, was den Aktienhandel liquider macht. Denn der Kanton als Mehrheitsaktionär beteiligt sich nicht an der Kapitalerhöhung, wodurch sein Anteil von 54,8 auf das gesetzliche Minimum von 51 Prozent sinkt.

Alle Bezugsrechte werden den Publikumsaktionären zugeteilt, im Verhältnis von 6:1. Das heisst, sechs bestehende Aktien berechtigen zum Bezug einer neuen Aktie. Auch wer weniger als sechs Titel besitzt, kann eine neue Aktie zeichnen. Der Bezugspreis wird vom Verwaltungsrat bestimmt und sich laut Gutzwiller «ein paar wenige Prozent» unter dem dann geltenden Börsenkurs befinden. Die Bezugsrechte an sich sind wertlos; wer sie nicht ausübt, dessen nicht beanspruchte Aktien können von Dritten gezeichnet werden.

Eine Digitalexpertin für den Verwaltungsrat

Die neue Verwaltungsrätin Andrea Cornelius. (Bild: PD)

Die neue Verwaltungsrätin Andrea Cornelius. (Bild: PD)

Die Aktionäre genehmigten auch alle anderen Traktanden, darunter namentlich eine Dividende von 16 Franken pro Aktie, was einer Ausschüttungsquote von gut 56 Prozent des letztjährigen Reingewinns entspricht. Laut Gutzwiller ist geplant, dass die SGKB weiterhin jeweils 50 bis 70 Prozent des Gewinns den Aktionären zukommen lässt. Ausserdem wurde die deutsche Digitalexpertin Andrea Cornelius ins Aufsichtsgremium gewählt. «Sie ergänzt unseren Verwaltungsrat ideal», äussert sich Gutz­willer überzeugt.

Cornelius, Jahrgang 1961, ist Lehrbeauftragte unter anderem für digitale Technologien an der Hochschule München und arbeitete früher für Konzerne wie IBM und Allianz. Mit ihrer Zuwahl und mit Claudia Gietz Viehweger sitzen im nun achtköpfigen Verwaltungsrat jetzt zwei Frauen. Genehmigt wurden schliesslich auch die Vergütungen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung, und das bedingte Kapital wurde aufgehoben. Mit diesem hätte der Verwaltungsrat das Aktienkapital erhöhen können, um einen Mitarbeiterbeteiligungsplan alimentieren zu können, doch wurde das nie getan, und es ist auch nicht geplant.

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