Stabübergabe bei der Zentralschweizer Handelskammer: Adrian Derungs übernimmt das Amt des IHZ-Direktors

Der Krienser Adrian Derungs hat das Ruder bei der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz übernommen. Er will nicht als Verwalter angesehen werden.

Maurizio Minetti
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Der neue IHZ-Direktor Adrian Derungs am Neujahrsapéro im Hotel Schweizerhof.

Der neue IHZ-Direktor Adrian Derungs am Neujahrsapéro im Hotel Schweizerhof.

Roger Grütter, Luzern,
6. Januar 2020

Die freie Rede beherrscht er ­bereits fast so gut wie sein Vorgänger. Adrian Derungs hatte am Montagabend kein Blatt in der Hand bei seiner ersten Ansprache als Direktor der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ). Am traditionellen IHZ-Neujahrsapéro im Luzerner Hotel Schweizerhof hatte der 40-jährige Krienser seinen ­Einstand als Steuermann des einflussreichen Innerschweizer Wirtschaftsverbandes.

Derungs war bereits zwischen 2014 und 2017 wirtschaftspolitischer Mitarbeiter der IHZ. Sein neuer Job fühle sich eher an wie eine Heimkehr, sagte er. Zuletzt amtete Derungs als Leiter Unternehmenskommunikation und Public Affairs beim Stromkonzern CKW.

Ja zur Verantwortung, aber Nein zur Initiative

Derungs folgt in seiner neuen Funktion auf Felix Howald, der die Handelskammer zehn Jahre lang geführt hat. Der neue Direktor machte in seiner Rede klar, dass er eigene Akzente setzen will. Er trete in grosse Fussstapfen, sagte Derungs. «Aber ganz ehrlich: Das schreckt mich nicht ab, sondern es macht Mut, mit meinem Team im Rücken neue Spuren zu hinterlassen.»

Um Spuren zu hinterlassen, brauche es lockeren Umgang mit Veränderungen. «Verwalten und auf Zeit spielen, ist keine gute Strategie. Die Wirtschaftsregion Zentralschweiz darf ruhig offensiv vorgehen», so Derungs. Das vermeintliche Verwalten unseres Wohlstandes, das konservative Festhalten am Status quo sei eine Sackgasse. Veränderung sei aber nie ein Selbstzweck. Wer aktiv verändere, trage immer auch eine Verantwortung. «Ich bin überzeugt, die Zentralschweizer Wirtschaft ist sich dieser Verantwortung bewusst.»

Markus Hodel (Rektor der Hochschule Luzern, links) und Christof Spöring, Dienststellenleiter Berufs- und Weiterbildung.
25 Bilder
Rolf Born (IV Stelle Luzern) und Konrad Graber (BDO AG / Ständerat CVP / LU)
Martin Bütikofer, Verkehrshaus-Direktor und Colinda Kürschner (ifam gmbh)
Hat die IHZ Ende Jahr verlassen: Felix Howald.
Der Neue: Adrian Derungs.
Fabian Peter (Regierungsrat Kanton Luzern, links) und Daniel Keller (Kantonsrat SVP / LU)
Fabian Emmenegger (Change-x, links) und Roland Fischer (Nationalrat GLP / LU)
Daniel von Arx (Luzerner Kantonalbank AG), Thomas Winiger (Arlewo AG) und Martin Elmiger (auviso, von links)
Martina und Matthias Ruch (Ruch Metallbau AG)
Thomas Küng (Brunni-Bahnen-Engelberg AG), Remo Bulgheroni (Kässbohrer Geländefahrzeug AG) und Pascal Blöchlinger (Landratspräsident Kanton Uri, von links)
Ruedi Reichmuth (Convisa AG) und Othmar Fries (Friesmanagement)
Yannick Bucher (Schär Druckverarbeitung AG, links) und Laurent Sticher (UD Medien)
Ulrich Claessen (Maxon Motor AG) und Anje Stein (Topas Engineering AG)
Daniel Cottini (UBS Switzerland AG)
Irène Hunkeler (Hunkeler Holzbau AG) und Kurt Sidler (Raiffeisen Regionalverband LU, OW & NW)
Dieter Hubmann (Fresenius Kabi Schweiz AG)
Colinda Kürschner (ifam gmbh) und Ralf Dubach (Multireflex AG)
Ludwig Loretz (Landrat FDP / UR, links) und Benno Dillier (Kantonsrat CVP / OW)
Walter Stampfli, René Amstutz (Amstutz Partners AG) und Klaus Fiebiger (Wave Advertising AG)
Roger Villiger (Maxon Motor AG) und Ines Klemm (Latrace GmbH)
Peter Fässler (Kantonsrat SP / LU) und Christine Kaufmann-Wolf (Kantonsrätin CVP / LU)
Gallus Joller (Troller Hitz Troller, links) und Peter Odermatt (Bio-Familia) AG
Mathias Bermejo (links) und Markus Stolz (Sigrist Photometer AG)
Thomas Michel (Kantonsrat SVP / OW, links) und Dominik Imfeld (Kantonsrat CVP / OW)
Oliver Furrer (Furrer Events AG), links) und Thomas Truttmann (Compass Group Schweiz AG)

Markus Hodel (Rektor der Hochschule Luzern, links) und Christof Spöring, Dienststellenleiter Berufs- und Weiterbildung. 

Bild: PD

Dann machte er einen Bogen zur Konzernverantwortungs-Initiative, welche die IHZ ablehnt. «Hier geht es vor allem um die rechtliche Verantwortung, um extrem weit greifende Klagerechte gegen Schweizer Firmen auf der ganzen Welt.» Das Ziel der Initiative teile man; Schweizer Unternehmen sollen im Ausland korrekt geschäften. «Wir glauben aber nicht, dass eine zunehmende Verrechtlichung mit ausufernden Klagemöglichkeiten das richtige Mittel dazu ist», sagte Derungs.

Präsident Ruch lobt Howalds Tatendrang

Wie sein Vorgänger es zu tun pflegte, gab auch Derungs einige weitere politische Parolen durch. So lehne man die Kündigungs-Initiative ab und befürworte die Metro-Initiative in der Stadt Luzern. Unter Felix Howald hatte sich der Verband zuletzt politischer gezeigt. IHZ-Präsident Andreas Ruch sagte, unter Howalds Führung sei der politische Einfluss der IHZ in allen Zentralschweizer Kantonen und auch auf nationaler Ebene markant gestiegen. So hat Howald unter anderem die regionale Stützpunktfunktion des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse bei nationalen Abstimmungen initiiert.

Der ehemalige IHZ-Direktor Felix Howald mit dem ersten «goldenen Badge», der einen zehnjährigen Zugang zum Zentralschweizer Wirtschaftsforum ermöglicht.

Der ehemalige IHZ-Direktor Felix Howald mit dem ersten «goldenen Badge», der einen zehnjährigen Zugang zum Zentralschweizer Wirtschaftsforum ermöglicht.

Roger Grütter, Luzern,
6. Januar 2020

Ruch verabschiedete Howald mit salbungsvollen Worten, welche die 550 Gäste mehrere Male mit langem Applaus und Bravorufen quittierten. Howald habe die IHZ massgeblich geprägt und diverse neue Formate eingeführt, wie etwa das Zentralschweizer Wirtschaftsforum auf dem Pilatus. Und natürlich habe Howald auch menschlich Spuren hinterlassen. Seine farbigen ­Socken, den grünen Velohelm und den morgendlichen Spruch «How is life?» werde man vermissen, sagte Ruch.

Felix Howald selbst sagte an die Adresse der Vertreter der Zentralschweizer Wirtschaft: «Ihr seid konstruktiv, nicht arrogant und unkompliziert. Darum konnte ich sein, wie ich bin, und darum hat es so gut gepasst. Es war mehr als ein Job, es war ein Lebensgefühl.» Der 50-Jährige ist neu für die Verwaltungsrat Management AG in Luzern tätig.