Stadler steht vor erneutem Grossauftrag aus Ungarn

Die ungarische Staatsbahn MÁV-Start plant die Bestellung von weiteren 21 Doppelstöckern des Typs Kiss bei Stadler. Damit wird der Rahmenvertrag vom April 2017 über bis zu 40 elektrische sechsteilige Kiss vollständig ausgeschöpft.

Thomas Griesser Kym
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Visualisierung des Kiss-Doppelstöckers von Stadler für die ungarische Staatsbahn MÁV-Start. (Bild: PD)

Visualisierung des Kiss-Doppelstöckers von Stadler für die ungarische Staatsbahn MÁV-Start. (Bild: PD)

Vier Monate nach Unterzeichnung des Rahmenvertrags hat MÁV-Start im August 2017 bei Stadler 11 Doppelstöcker bestellt. Als Kaufpreis wurden damals 19,5 Millionen Euro pro Fahrzeug genannt. Die ersten dieser Züge sollen in der Anfangsphase des kommenden Jahres in Verkehr gesetzt werden. Ein weiterer Auftrag über 8 dieser Triebzüge wurde im vergangenen August erteilt und im Dezember unterzeichnet. Diese Züge dürften 2021 in Betrieb gehen.

Nun plant die ungarische Bahngesellschaft, bei Stadler auch die restlichen 21 Doppelstöcker als Teil dieses Rahmenvertrags zu bestellen. Dieser hält in seinem Originaltext fest, dass MÁV-Start bei Folgebestellungen 10 Prozent des Kaufpreises als Vorauszahlung leisten muss. Dieser Passus ist nun gestrichen worden: Für die 21 Kiss ist keine Anzahlung erforderlich. Das ermöglicht es den Ungarn, für die Finanzierung der 21 Züge um Fördermittel aus dem EU-Budget der Jahre 2021 bis 2027 zu ersuchen.

Stadler hat in Ungarn schon über 160 Triebzüge verkauft

Ungarn ist für Stadler ein wichtiger geografischer Markt. Neben den Doppelstöckern hat MÁV-Start bei Stadler seit 2006 auch 123 einstöckige Triebzüge des Typs Flirt bestellt. Weitere 20 Flirt wurden vom ungarischen Regionalbahnbetreiber GySEV geordert.

Im Weiteren trägt sich MÁV-Start mit dem Gedanken, 10 bimodale Triebzüge inklusive einer Option auf 6 weitere Züge zu kaufen. Diese sollen zunächst auf der Strecke zwischen Budapest und Tapolca eingesetzt werden, die auf einem Teilstück binnen zwei Jahren elektrifiziert wird.

Alternative zu Zügen mit Diesellokomotiven

Die Elektrifizierung des Rests der Strecke und über Tapolca hinaus ist geplant, doch ist die Finanzierung noch nicht gesichert. Bimodale Triebzüge, die elektrisch und mit Diesel angetrieben werden können, gelten deshalb als valable Alternative, um die gegenwärtigen Züge, die von Diesellokomotiven gezogen werden, zu ersetzen.

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