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Stadler Rail will in Asien
endlich richtig Fuss fassen

Expansion in ein neues Marktgebiet und einen zweiten Kunden für den Hochgeschwindigkeitszug gewinnen: Mit diesen Ambitionen bietet Stadler bei milliardenschweren Ausschreibungen in Taiwan mit.
Thomas Griesser Kym
Stadler-Inhaber Peter Spuhler vor dem Hochgeschwindigkeitszug für die SBB. (Bild: Urs Bucher ()

Stadler-Inhaber Peter Spuhler vor dem Hochgeschwindigkeitszug für die SBB. (Bild: Urs Bucher ()

Der Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler unternimmt einen weiteren Versuch, in den asiatischen Markt ein­zusteigen. Dazu hat das Unter­nehmen Gebote für gleich drei Ausschreibungen in Taiwan eingereicht. Diese laufen über die Taiwan Railways Administration (TRA), eine Agentur des taiwanischen Verkehrsministeriums. Die TRA ist zuständig für den Eisenbahnbetrieb auf Strecken mit ei­ner Länge von 1100 Kilometern.

Im Erfolgsfall würde Stadler 34 dieselelektrische Lokomotiven und 30 Hybridzüge für landschaftlich reizvolle Linien sowie 50 Intercityzüge liefern, die auf dem elfteiligen Hochgeschwindigkeitszug des Typs Smile basieren. Von dieser neuen Eigenentwicklung hat Stadler 2014 bereits 29 Stück an die SBB als Erstkundin für den Nord-Süd-Verkehr verkauft. Die Züge, die bei den SBB Giruno heissen, werden ab Dezember 2019 Zürich mit Mailand via den neuen Gotthard-Basistunnel und später auch Frankfurt mit Mailand verbinden.

Stadler hat den Einstiegs­versuch in den taiwanesischen Eisenbahnmarkt bestätigt. Das Unternehmen sieht eine Anzahl Ähnlichkeiten zwischen Taiwan und der Schweiz. Dies betreffend die Fläche der Länder, deren bergige Topografie und den Bahnservice, wobei es in beiden Ländern neben dem normalen Netzwerk auch ein Schmalspurnetz gebe. Laut Stadler sind damit ähnliche Herausforderungen zu bewältigen, beispielsweise Entgleisungen in engen Kurven zu vermeiden. Stadler sei der Ansicht, über die Erfahrung zu verfügen, um all dies zu meistern. Für das Unternehmen von Inhaber und Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler geht es um viel.

Es winkt ein Milliardenauftrag

Sollte Stadler der Einstieg in Taiwan gelingen, schlüge der Bahnbauer im Idealfall zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens gelänge die Expansion auf einen neuen Kontinent, nachdem Stadler in Europa zu einem der Grossen der Branche gewachsen ist und auch in Nord- und Südamerika sowie in Afrika schon Verkaufserfolge gefeiert hat. Zweitens könnte Stadler für den Smile nach den SBB einen weiteren Kunden gewinnen. Zusätzliche Verkäufe sind seit der Lancierung erklärtes Ziel, um die immensen Entwicklungskosten wieder einzuspielen

Allerdings ist Asien glitschiges Terrain. Schon mehrmals ist Stadler dort gebremst worden. Eine riesige Ausschreibung der Indischen Staatsbahnen IR liegt auf Eis, im Iran hat Stadler dieses Jahr wegen der neuen US-Sanktionen als Folge des Atomstreits von einer Beschaffung der Teheraner Metro Abstand nehmen müssen, und in Sri Lanka ist Stadler 2017 mit einem Angebot für neun Lokomotiven gescheitert. In China wiederum hat Stadler laut Spuhler keine Chance, je zum Zug zu kommen, weil die Pekinger Regierung den Staatskoloss CRRC gegen Konkurrenz aus dem Ausland abschirmt.

In Taiwan winken Stadler nun Aufträge in Milliardenhöhe. Allein die 50 Intercityzüge würden diese Marke sprengen. Das zeigt der Vergleich mit der Bestellung der SBB: Diese blättern für ihre 29 Girunos 980 Millionen Franken hin.

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