Hoher Strompreis
Stahl Gerlafingen ist bedroht wegen hohem Strompreis

Der Stahlfabrik Gerlafingen mit 580 Beschäftigten droht die Schliessung. Wegen des stark gestiegenen Schweizer Strompreises sei das Werk «nicht mehr wettbewerbsfähig», sagt Direktor Lukas Stuber gegenüber der Zeitung «Der Sonntag».

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Giessanlage bei Stahl Gerlafingen

Giessanlage bei Stahl Gerlafingen

Solothurner Zeitung

«Wenn die Differenz zum Strompreis in den Nachbarländern bleibt, ist die Existenz von Stahl Gerlafingen gefährdet.» Noch vor fünf Jahren, als die italienische Beltrame-Gruppe Gerlafingen übernahm, war Schweizer Strom unschlagbar billig.

Doch nach der missglückten Strommarktliberalisierung ist dieser Preisvorteil weg: In der Schweiz stieg der Strompreis seit Januar 2007 um 74 Prozent, während er in Italien stark sank und in Frankreich stabil blieb.

Bis 2012 eine Lösung finden

Laut Stuber beträgt der Preisnachteil in der Schweiz inzwischen 35 Euro pro Megawattstunde. «Für Gerlafingen bedeutet das 16 bis 18 Millionen Franken Mehrkosten pro Jahr gegenüber den Schwesterwerken in Italien und Frankreich.»

Stuber fordert nun einen Strompreis, der sich wie vor der Liberalisierung an den Schweizer Gestehungskosten ausrichtet. Er setzt ein Ultimatum: «Auf 2012 muss eine Lösung gefunden werden, um den Kostennachteil zu korrigieren.»

2012 will die Beltrame-Gruppe Investitionen von 200 bis 250 Millionen Franken auslösen. Diese seien nun gefährdet, warnt Stuber. «Die Realisierung der nächsten Investitionsschritte hängt von verlässlichen Rahmenbedingungen ab, vor allem dem Strompreis.»