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STANDORT: Die Steuern waren nicht der Grund

Der Biotechkonzern Biogen baut in Solothurn eine Fabrik. Auch Luzern und Zug buhlten um die Firma. Sie waren aber chancenlos.
Das Industrieareal an der Aare mit langer Tradition: 1881 begann man hier mit der Zelluloseproduktion, 2008 wurde die gesamte Produktion stillgelegt. Mit der Biotechfabrik von Biogen kehrt nun neues Leben ein. (Bild: pd)

Das Industrieareal an der Aare mit langer Tradition: 1881 begann man hier mit der Zelluloseproduktion, 2008 wurde die gesamte Produktion stillgelegt. Mit der Biotechfabrik von Biogen kehrt nun neues Leben ein. (Bild: pd)

eme. Die Solothurner Behördenvertreter strahlten über beide Backen, als sie die Neuansiedlung der Biotechfabrik Biogen in Luterbach verkündeten (siehe Ausgabe von gestern). Auch andere Kantone bewarben sich um die Produktionsstätte mit 400 neuen Arbeitsplätzen. Auf Anfrage heisst es bei Biogen, dass man nach einem internationalen Evaluationsverfahren, bei dem die Schweiz das Rennen machte, mehrere Standorte in verschiedenen Kantonen prüfte. Weitere Details dazu gibt Biogen nicht bekannt. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigen die Wirtschaftsvertreter von Luzern und Zug, dass man mit Biogen intensiv in Kontakt stand. Beide Kantone verfügen über zahlreiche Arbeitsplätze von Pharma- und Biotechfirmen. In der Stadt Zug ist sogar der Hauptsitz von Biogen International und Biogen Schweiz. Knapp 300 Mitarbeiter zählen die beiden Einheiten des Konzerns. Zug und Luzern können zudem mit tiefen Unternehmenssteuern auftrumpfen. Im interkantonalen Vergleich liegt man bei der Standortqualität an der Spitze, während Solothurn einen Platz im Mittelfeld belegt.

Inwil und Sempach wurden geprüft

Entscheidend war jedoch, dass nur Solothurn mit der brach liegenden früheren Borregaard-Fabrik über ein fertig erschlossenes Industriegebiet in der Grösse von 220 000 Quadratmetern verfügt. «Wir konnten leider kein Areal, das innert der erhofften Zeit erschlossen werden kann, anbieten», sagt Matthias Michel, Zuger Volkswirtschaftsdirektor.

Ähnlich tönt es beim Luzerner Wirtschaftsförderer Walter Stalder: «Wir hätten die Gebiete Schweissmatt in Inwil und Honerich in Sempach anbieten können.» Die Schweissmatt sei jedoch nicht innert der vorgeschriebenen Zeit zu erschliessen gewesen, in Sempach wäre das Areal zu klein für die Bedürfnisse von Biogen.

Walter Stalder betont, dass man die Biotechfabrik gerne als Luzerner Arbeitgeber und Steuerzahler gehabt hätte. Er sagt aber auch: «Es freut mich für Solothurn. Es ist ein positives Zeichen für die Schweiz.» Vor zehn Jahren sei man leer ausgegangen, als Amgen in Fribourg eine Biotechfabrik bauen wollte. Weil die Behörden dem Unternehmen nicht entgegenkamen, ging die Fabrik nach Irland.

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