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STANS: Pilatus-Jet hebt ab, bevor er gebaut ist

Nach dem Run auf den neuen Business-Jet PC-24 zeigt sich Pilatus-Urgestein Oscar J. Schwenk überwältigt. Mit dem Roll-out am 1. August wartet schon die nächste Herausforderung.
Hans-Peter Hoeren
Pilatus-Chef Oscar J. Schwenk im neuen PC-24. (Bild: Keystone)

Pilatus-Chef Oscar J. Schwenk im neuen PC-24. (Bild: Keystone)

Bild: Pilatus Aircraft Ltd.Bild: Pilatus Aircraft Ltd.
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Businessjet Pilatus PC-24


Peter Brabeck hat seine Bestellung persönlich aufgegeben. Am Steuer seines PC-12 ist der Verwaltungsratspräsident von Nestlé am vergangenen Mittwoch von einem Geschäftstermin in Deutschland nach Lausanne geflogen. Sein Ziel: der Stand der Pilatus-Flugzeugwerke und das Modell des neuen Business-Jets PC-24 auf der Ebace in Genf – einer Fachmesse für Businessflugzeuge. Binnen anderthalb Tagen hat das Nidwaldner Unternehmen 84 Exemplare seines neuen Flugzeugs verkauft.

Der Jet ist noch nie geflogen. Es gibt nur ein Modell davon. Am 1. August wird auf dem Flughafen Buochs erstmals ein fertig montiertes Exemplar im Rahmen eines so genannten Roll-outs zu sehen sein – und dennoch ist die Produktion bereits für drei Jahre im Voraus ausverkauft. Rund 8,9 Millionen Franken kostet ein PC-24. Die Bestellungen haben damit einen Gesamtwert von rund 748 Millionen Franken.

Branchengrössen gratulieren

«Das hätte ich in meinen wildesten Träumen nicht geglaubt. Das ist ein unglaublicher Vertrauensvorschuss», freut sich Pilatus-Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk im Gespräch mit unserer Zeitung. Es komme in der Branche ganz selten vor, dass ein Flugzeug vor dem Roll-out bereits ausverkauft sei. Als vor rund 20 Jahren der PC-12 im Rahmen eines Roll-outs der Öffentlichkeit präsentiert wurde, sei die Skepsis gross gewesen gegenüber einem Hersteller aus der Schweiz. «An der jetzigen Ebace war die halbe Messe an unserem Stand, selbst Branchengrössen wie Dassault oder Bombardier haben gratuliert», sagt Schwenk. Dies zeige, welch guten Ruf die Pilatus-Werke mittlerweile in der Branche geniessen würden. «In unserem Geschäft geht es ja nicht nur um ein gutes Produkt, sondern um eine ausgezeichnete Kundenbetreuung auch nach dem Verkauf, um Schulungen und um die Wartung der Flugzeuge», verdeutlicht Schwenk.

250 000 Dollar als Anzahlung

Viele Kunden seien persönlich nach Genf gekommen, um ihre Bestellungen aufzugeben – darunter auch CEO globaler Grossunternehmen wie der US-Logistikfirma U-Haul oder des grössten Foodretailers Afrikas, der südafrikanischen Shopwrite Checkers.

Mit Vertragsunterschrift musste eine Anzahlung von 250 000 US-Dollar pro Flugzeug geleistet werden, eine Ausstiegsoption ist nicht vorgesehen. «Wenn ein Kunde von dem Vertrag zurücktritt, verliert er die Anzahlung», verdeutlicht Schwenk. Viele Aufträge stammen aus Nordamerika, aber auch in Afrika und dem Nahen Osten war das Interesse gross. «Der PC-24 ist der geborene Flieger für Afrika», sagt Schwenk. Neben der grossen Frachttüre gehöre zu den Vorzügen, dass der Jet auch auf kurzen und unbefestigten Naturpisten starten und landen könne. «Das ist gerade für Hilfsorganisationen oder Bergbaufirmen interessant», sagt Schwenk.

Viele Auftraggeber haben PC-12

Das Gros der Aufträge stammt von Kunden, die bereits einen PC-12 nutzen. Dazu gehört beispielsweise die US-Firma Planesense. Diese vermietet einzelne Flugzeuge an verschiedene Geschäftsleute. Das Unternehmen hat aktuell über 30 PC-12 in seiner Flotte, in Genf hat es nun sechs neue PC-24 bestellt. «Die Anforderungen vieler dieser Kunden sind in die Entwicklung des PC-24 eingeflossen», erzählt Oscar J. Schwenk. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Royal Flying Doctor Service of Australia (RFDSA). Dieser gewährleistet mit Hilfe von Flugzeugen die medizinische Versorgung der Menschen in den wenig besiedelten Gebieten Australiens. Der RFDSA hat drei neue PC-24 bestellt.

«Die Erstkunden des PC-24 decken ein breites Feld an Einsatzmöglichkeiten ab. Auch geografisch gesehen werden wir gleich zu Beginn der Auslieferungen auf vielen Erdteilen PC-24 im Einsatz haben», sagt Schwenk. Das sei im Sinne von Pilatus. Bei den Royal Flying Doctors beispielsweise dürften die neuen Jets regelmässig und oft zum Einsatz kommen, sie müssen zudem oft auf unbefestigten Naturpisten landen. «Für uns ist es wichtig, dass die PC-24 anfangs möglichst viele Stunden fliegen und wir möglichst viel Erfahrungen sammeln können, um die Flugzeuge kontinuierlich zu verbessern», erklärt Schwenk.

Frühestens ab 2017 dürften die ersten Flugzeuge produziert werden. Anfangs in kleineren Stückzahlen. «Auf mittlere Sicht wollen wir pro Jahr etwa 50 PC-24 verkaufen», sagt Schwenk. Der Hauptsitz in Stans ist aufgrund zahlreicher Grossaufträge in den letzten Jahren massiv gewachsen. Bis Ende Jahr soll der Personalaufbau abgeschlossen sein. Rund 360 Arbeitsplätze sind in den letzten drei Jahren in Stans entstanden, aktuell arbeiten dort 1655 Mitarbeitende.

Unterdessen laufen die Arbeiten für den Roll-out des PC-24 am 1. August auf dem Flugplatz in Buochs auf Hochtouren. Rund um die Uhr wird an dem neuen Flugzeug gearbeitet. Das Unternehmen arbeitet dabei mit Dutzenden Lieferanten zusammen, die teils speziell für Pilatus entwickelte Teile liefern. «Kommt ein Lieferant in Verzug, wirft das unseren Zeitplan zurück», erläutert Schwenk. Für den Roll-out am 1. August sei man aber im Zeitplan.

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