Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

STANS: Pilatus stoppt die Produktion seines «Alleskönners»

In einem guten Jahr stellt das Stanser Flugzeugwerk die Produktion des Pilatus Porters PC-6 ein. Damit geht eine 60-jährige Ära zu Ende. Besondere Aufmerksamkeit gilt nun einem neuen Aushängeschild.
Dieses Bild eines Pilatus Porters stammt wohl aus den frühen Sechzigerjahren, Aufnahmeort unbekannt. (Bild: Archiv «Luzerner Zeitung»)

Dieses Bild eines Pilatus Porters stammt wohl aus den frühen Sechzigerjahren, Aufnahmeort unbekannt. (Bild: Archiv «Luzerner Zeitung»)

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

Nach 60 Jahren ist definitiv Schluss: Die Pilatus-Flugzeugwerke in Stans stellen die Produktion des Porters PC-6 auf Anfang 2019 ein. Der robuste «Alleskönner» verhalf einst dem Nidwaldner Flugzeugproduzenten zum internationalen Durchbruch. Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident der Pilatus, ist denn auch «stolz, dass Pilatus den PC-6 im Produktportfolio geführt hat». Gemäss seinen An­gaben ist der PC-6 eines der am längsten produzierten Flugzeuge der Welt. Eine Weiterentwicklung sei aufgrund der hohen Zertifizierungsstandards nur noch bedingt möglich.

Auf Anfrage bestätigt Schwenk zudem, dass die Produktion in diesen Stückzahlen nicht mehr rentabel sei. Im Schnitt produzierten die Pilatus Flugzeugwerke zuletzt acht bis zehn Maschinen pro Jahr. Der Preis beläuft sich aktuell auf rund 2 Millionen Franken pro Flieger. «Diese Stückzahlen sind für uns zu gering», sagt Schwenk. Zudem habe man neben der Produktion der einmotorigen Turboprop-Flugzeuge PC-12 und PC-21 sowie des PC-24 kaum mehr ­Kapazitäten.

Produktionsstopp hat keine Entlassungen zur Folge

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem PC-24, dem ersten Jet der Pilatus. Für diesen wird momentan die Serienproduktion am Standort Stans aufgebaut. Flugzeugteile sind schon vorproduziert. Einen ersten PC-24 haben die Pilatuswerke bereits für einen Kunden zusammengebaut. Das neu entwickelte Flugzeug kostet rund 10 Millionen Franken.

Der Produktionsstopp für den Pilatus Porter PC-6 wird keine Entlassungen zur Folge haben. Die zuletzt rund 20 Mitarbeiter, die auf der PC-6-Produktionslinie tätig waren, werden für die Montage der anderen Flugzeugtypen eingesetzt.

Rund 500 PC-6 stellte Pilatus seit 1959 her. Zusätzlich knapp 100 Maschinen wurden in den USA unter Lizenz produziert. Zum Vergleich: Vom PC-12 haben die Pilatuswerke seit 1992 bereits 1500 Stück produziert. Auch vom PC-21 sind seit Produktionsbeginn 2004 bereits über 200 Flugzeuge hergestellt worden. Der PC-6 ist äusserst vielseitig einsetzbar. Er kann als Passagier- oder Frachtmaschine verwendet werden. Das Modell ist als Sanitätsflugzeug, Vermessungsflugzeug, für den Abwurf von Versorgungsgütern, für Fallschirmspringer oder für landwirtschaftliche Sprüheinsätze im Gebrauch. Es braucht nur eine kurze Strecke zum Starten und Landen. Ausserdem hält der ­Pilatus Porter einen Weltrekord: Er ist fähig, mit voller Nutzlast in eine Höhe von 5700 Metern über Meer aufzusteigen. Kein anderes Flugzeug dieser Bauart hat diese Marke je erreicht.

Bestellungen werden noch bis Mitte 2018 angenommen. Allerdings ist das Angebot limitiert. Für bestehende Kunden garantiert Pilatus noch für die nächsten 20 Jahre Support und Ersatzteile.

Das Cockpit eines PC-6 mit Baujahr 2009. (Bild: E. Studhalter/Pilatus Aircraft)

Das Cockpit eines PC-6 mit Baujahr 2009. (Bild: E. Studhalter/Pilatus Aircraft)

Eine PC-6 fliegt über dem Pilatusgebiet. (Bild: Pilatus Flugzeugwerke AG)

Eine PC-6 fliegt über dem Pilatusgebiet. (Bild: Pilatus Flugzeugwerke AG)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.