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Schindler mit starkem Ergebnis – aber verhaltenem Ausblick

Trotz Preisdruck oder steigender Rohstoffpreise legt der Ebikoner Lift- und Rolltreppenhersteller starke Zahlen vor. Für 2019 ist die Konzernleitung verhalten optimistisch. Unsicher bleiben Prognosen für wichtige Zielmärkte von Schindler.
Raphael Bühlmann
Blick auf den Salesforce Tower in San Francisco – mit 326 Metern das höchste Gebäude der Stadt. (Bild: David Paul Morris/Bloomberg (21. Mai 2018))

Blick auf den Salesforce Tower in San Francisco – mit 326 Metern das höchste Gebäude der Stadt. (Bild: David Paul Morris/Bloomberg (21. Mai 2018))

«Die Herausforderungen haben sich akzentuiert.» Thomas Oetterli, CEO von Schindler, stapelte am Donnerstag tief an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich und kontrastierte damit die gleichzeitig präsentierten Geschäftszahlen. Knapp 7 Prozent höhere Umsätze, 14 Prozent mehr Gewinn und 6,2 Prozent mehr Aufträge – die nackten Geschäftszahlen 2018 geben dem Konzernchef des Lift- und Roll- treppenbauers definitiv keinen Anlass für Warnsignale. Prestigeträchtige Grossprojekte wie der neue Flughafen in Istanbul, in welchem Schindler 328 Aufzüge sowie 333 Rolltreppen verbaut hat, oder die 34 Lifte im 326 Meter hohen Salesforce ­Tower in San Francisco hätten zum Wachstum beigetragen.

Und doch: Für 2019 erwartet man in Ebikon, dass sich einige wichtige Aufzugs- und Fahrtreppenmärkte abschwächen werden. Unsicherheiten schüre etwa ein möglicher ungeordneter Brexit sowie die zuletzt schwächelnde Wirtschaft in China. Denn obschon Schindler heute in über 100 Ländern präsent ist, die Fahrstuhlmusik spielt mehr denn je in Fernost.

Behördlich abgesegnete Wohnungspreise

Während in Europa und Amerika Neuinstallationen oft mit einem Abriss oder einer Renovation bei bereits bestehenden Gebäuden einhergingen und es sich damit um einen Ersatzauftrag handle, gehe es im asiatischen Raum darum, Neukunden an Land zu ziehen. «60 Prozent der neuen Lifte werden in China installiert.» ­Oetterli kennt den Markt. Ab 2013 leitet er das China-Geschäft bevor er Ende 2016 die Gesamtverantwortung des Liftkonzerns übernahm. Doch auch für ihn sei eine Einschätzung ein Blick in die Kristallkugel. «Ein Drei-Jahres-Ausblick in China entspricht einer 15-Jahres-Prognose für Europa», so Oetterli. Zwar hätten sich die zuletzt unter Druck geratenen Preise im vergangenen Jahr stabilisiert, doch unterliege der Markt noch immer vergleichsweise ­hohen staatlichen Kontrollen. «Wohnungspreise werden von den Behörden abgesegnet», so Oetterli.

Nichtsdestotrotz bewahrt man sich bei Schindler eine optimistische Sichtweise. Denn eines sei unbestritten: Die Nachfrage nach Liftsystemen werde kaum abflauen. Im Jahr 2030 würden rund 5,1 Milliarden Menschen in Städten leben – heute seien es 4,2 Milliarden. Dazu kommt laut Oetterli eine wachsende Mittelschicht. «Gebäude werden immer höher und immer mehr Gebäude werden mit Lifttechnik ausgestattet.» Wachstum ortet der CEO insbesondere in der Türkei, Indien, wo man die Präsenz massiv ausgebaut habe, oder in Brasilien, wo die Wirtschaft unter der neuen Regierung deutlich positivere Signale aussende.

Profitabilität soll weiter steigen

Am Donnerstag von grossem Interesse waren die ebenfalls publizierten Zahlen zum vierten Quartal 2018. Im Vergleich zum Vorquartal haben die Ebikoner nämlich wieder 6 Prozent mehr Aufträge in ihren Büchern. Der organische Umsatz wuchs in den letzten drei Monaten um 6,5 Prozent. Die signifikante Verbesserung führte in dieser Zeit vor allem zu der Frage: Wie geht der Geschäftsgang für Schindler 2019 weiter?

Ziel der Unternehmensführung ist es, schneller als der Gesamtmarkt zu wachsen. Und auch bei der Profitabilität wolle man weiter zulegen. Die Ebit-Marge wuchs von 10,1 Prozent im Jahr 2014 auf 11,7 Prozent im abgelaufenen Jahr. Eine weitere Verbesserung der Gewinnmarge will Schindler auch durch weiter automatisierte und digitalisierte Prozesse erreichen. So sei beispielsweise ein manuell getätigter Notruf aus einem stecken gebliebenen Lift nicht mehr nötig. Heute kommunizierten die Installationen autonom.

Auch mit dem Robotics Installation System for Elevators (Rise) präsentierte Schindler bereits Ende 2018 einen selbstkletternden Roboter, der in den hohen Aufzugsschächten die ersten Installationen autonom ausführt. Konzernchef Oetterli bestätigte dann während der gestrigen Präsentation der Jahreszahlen an mehreren Stellen: «Wir sind gut aufgestellt für die Zukunft.»

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