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Werkzeugmaschinenbauer Starrag will höher fliegen

Die Rorschacherberger Starrag Group baut in Mönchengladbach 150 Stellen ab. Der neue Chef Christian Walti hat den Konzern durchleuchtet und nun ein Programm aufgegleist, das Einsparungen bringen soll.
Stefan Borkert
Ein Flügel eines Airbus A350 der Air China. Auf Ecospeed-Bearbeitungszentren der Starrag Group werden Flügelrippen gefräst. Das sind Strukturbauteile im Inneren des Flügels. (Bild: Airbus/PD)

Ein Flügel eines Airbus A350 der Air China. Auf Ecospeed-Bearbeitungszentren der Starrag Group werden Flügelrippen gefräst. Das sind Strukturbauteile im Inneren des Flügels. (Bild: Airbus/PD)

Der neue Starrag-Chef Christian Walti ist im Juni letzten Jahres mit dem Ziel angetreten, die Gruppe mittelfristig weltweit auf einem Spitzenplatz zu positionieren. Um das trotz der eher schwachen Zahlen zu erreichen, ist der ganze Konzern durchleuchtet worden. Ein erstes Fitnessprogramm, das bis 2021 dauern soll, ist nun aufgelegt worden. Ziel ist es, die Kosten jährlich um 8 bis 10 Millionen Franken zu reduzieren. Dazu werden, unter anderem, im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach 150 der 380 Stellen abgebaut. Finanzchef Gerold Brütsch ist vor Ort und verhandelt auch mit Arbeitnehmervertretungen.

Die Konzerntochter Scharmann baut mit Ecospeed in Mönchengladbach unter anderem Werkzeugmaschinen zum Bau von Flügelrippen für den A350 von Airbus. Andere Werkzeugmaschinen, auf denen verschiedene Teile für die Industrie hergestellt werden, werden nach Chemnitz verlagert. Brütsch erklärt ausserdem, dass in der Schweiz keine Stellenstreichungen vorgesehen sind. Zukünftig werde in Mönchengladbach der Schwerpunkt auf Ecospeed und dem Kundendienst liegen. Der Produktbereich Dörries, also vertikale Grossdrehmaschinen, werden in Bielefeld und St. Etienne zusammengefasst mit Hauptort in Bielefeld. Auch Berthiez und Droop+Rein sollen von Bielefeld aus zentral geführt werden. Allerdings werde eine Entwicklergruppe in Mönchengladbach verbleiben.

Neue Vertriebsorganisation, neuer operativer Chef

Ausserdem führt die Starrag Group gemäss einem Communiqué eine neue Vertriebsorganisation mit gruppenweiter Führung ein. Der Vertrieb wird demnach neu zentral unter eine gemein­same Führung gestellt. Und die Geschäftseinheiten werden neu nach Produktbereichen (Clusters) «unter dem Gesichtspunkt der Synergienutzung» gegliedert.

Weiter teilt Starrag mit, dass ausserdem die Position eines für die Gesamtgruppe verantwortlichen Leiters Operations geschaffen wurde, um die gruppenweiten Synergien besser ausschöpfen zu können. Diese Stelle übernimmt Stefan Breu, der von Bosch Packing Systems zur Starrag stösst. Die Neuausrichtung des Unternehmens tritt auf den 1. Juli 2019 in Kraft. Damit solle die Gruppe stärker auf die Zielmärkte ausgerichtet werden, teilt das Unternehmen weiter mit.

Erst Aufwendungen, dann Einsparungen

Die Umsetzung des Massnahmenkatalogs werde zu Einmalaufwendungen in tiefer zweistelliger Millionenhöhe führen, erklärt Finanzchef Brütsch. Die positiven Effekte würden das wieder wettmachen. Nach Abschluss der Massnahmen würden damit ab 2021 die Kosten um jährlich bis zu 10 Millionen Franken gesenkt. Basierend auf dem Jahresergebnis 2018 entspreche dies einer Steigerung der operativen Marge um 2 bis 2,5 Umsatzprozente. Bei Starrag äussert man sich überzeugt, mit den geplanten Massnahmen die mittelfristigen Wachstums- und Ertragsziele erreichen zu können.

Der Hauptsitz der Starrag Group in Rorschacherberg. (Bild: PD)

Der Hauptsitz der Starrag Group in Rorschacherberg. (Bild: PD)

Nach Implementierung des Programms mit dem Namen «Starrag 2021» strebt die Gruppe über den Konjunkturzyklus hinweg ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 5 Prozent und eine operative Marge von 8 Prozent an. In einem Interview mit Moneycab erklärte CEO ­Walti, dass die operative Marge von 8 Prozent das richtige Ziel sei. Allerdings erfordere es etwas mehr Zeit als zunächst angenommen. Was die Auftragslage angeht, zeigt sich Walti optimistisch. Letztes Jahr ist in dieser Hinsicht bei Starrag das zweitbeste Resultat der Firmengeschichte erreicht worden.

Walter Fust übernimmt das Präsidium

Mit einem ähnlich starken Auftragseingang rechnet Walti für 2019 nicht unbedingt. Gegenüber Moneycab sagte er: «Wir gehen im 2019 von einer Normalisierung aus.» Konkret heisst das, dass der Auftragseingang im laufenden Jahr etwas unter dem Vorjahr, jedoch auf gutem Durchschnittsniveau liegen dürfte.

Starrag ist im Mehrheitsbesitz von Walter Fust, der nach der Generalversammlung vom Freitag wieder das Verwaltungsratspräsidium übernimmt.

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